Kurdische Demonstranten in Istanbul © Ozan Kose/AFP/Getty Images

Drei deutsche Journalisten sind in der Türkei festgenommen worden, teilte Reporter ohne Grenzen mit. Der Fotojournalist Björn Kietzmann twitterte in der Nacht zum Sonntag: "Zusammen mit 2 weiteren dt. Journalisten im türkischen #Diyarbakir festgenommen weil wir über kurdische Proteste berichten wollten." Die südostanatolische Stadt ist eines der Zentren der Kurdenproteste in den vergangenen Wochen.

Neben Kietzmann wurden offenbar auch die Fotojournalisten Chris Grodotzki und Ruben Neugebauer verhaftet. Sie hatten angekündigt, in das syrisch-türkische Grenzgebiet zu reisen. Die türkische Polizei habe ihnen vorgeworfen, Spione und Provokateure zu sein, heißt es in einer auf Facebook verbreiteten Mitteilung.

Der mit den Journalisten befreundete Berliner Fotograf Benjamin Hiller schreibt auf Facebook, dass die drei Reporter von der Anti-Terror-Polizei festgehalten werden. Sie sollen demnach im Laufe des Tages vor einem Gericht erscheinen. Neben den drei Deutschen sollen auch zwei weitere Fotografen festgenommen worden sein, heißt es weiter.

Nach Angaben der Frankfurter Allgemeinen Zeitung ist dasAuswärtige Amt in Berlin über den Fall informiert: "Die deutsche Botschaft in Ankara ist eingeschaltet und steht sowohl mit den deutschen Staatsangehörigen als auch den zuständigen Behörden in Kontakt. Die Botschaft bemüht sich um rasche Aufklärung", sagte ein Sprecher.

Erdoğan plant neue Sicherheitsgesetze

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan hatte am Samstag der kurdischen Terrororganisation PKK, dem Assad-Regime und den internationalen Medien vorgeworfen, sein Land zu sabotieren. "Einige internationale Mediengruppen stecken auch hinter diesen Ereignissen", sagte Erdoğan zu den Kurdenprotesten in der Türkei.

Erdoğan kündigte zudem neue Sicherheitsgesetze an. Diese sollten schnell erlassen werden, "um die Straße von diesen Vandalen zu räumen". Die Türkei "wäre kein Staat, wenn sie nicht in der Lage wäre, ein paar Gauner dazu zu bringen, sich zu beugen", sagte er. "Wir werden mehr tun."

In der vergangenen Woche sind in der Türkei während der Demonstrationen 31 Menschen getötet und mehr als 350 verletzt worden. Die Kurden demonstrieren gegen den Staat, der sich im Konflikt um die syrische Stadt Kobani zurückhält.