Zwei Golfer in Melilla, im Hintergrund klettern afrikanische Flüchtlinge über den Grenzzaun © Jose Palazon/Reuters

Selten werden die Unterschiede zwischen Afrika und Europa so deutlich wie hier, kaum ein Foto belegt sie so eindrücklich wie das des spanischen Fotografen José Palazón. Während zwei Golfer auf einem Platz auf der spanischen Exklave Melilla Bälle abschlagen, versuchen im Hintergrund afrikanische Flüchtlinge nach Europa zu gelangen. Melilla und Ceuta im Norden Marokkos sind die einzigen Landgrenzen zwischen Europa und Afrika.

Zwei Millionen Euro soll der Golfplatz an der Grenze in Melilla gekostet haben, schreibt El País. Den Großteil finanzierte demnach der Entwicklungsfonds der Europäischen Union, der sich die "Beseitigung von Ungleichheiten zwischen den verschiedenen Regionen" zur Aufgabe macht – innerhalb der EU, versteht sich.  

"Man fühlt sich ein wenig schuldig, aber wir habe keine Schuld", sagte einer der Golfer in Melilla der Zeitung. Für den Fotografen José Palazón ist es ein einzigartiges Symbolbild, das die beiden Welten zeigt.

Fast 2.000 Menschen haben allein in diesem Jahr versucht, die Grenze an den beiden spanischen Exklaven zu überwinden. Mitte März überwanden etwa 500 Flüchtlinge die Zäune. Anfang Februar waren 15 Afrikaner ertrunken, als sie versuchten, nach Ceuta zu schwimmen. Laut Menschenrechtsorganisationen feuerten Grenzsoldaten Gummigeschosse auf sie ab.