Panzer nahe Krasnodarovka in der Region Rostow © Maria Tsvetkova/Reuters

An der ukrainisch-russischen Grenze stehen nach wie vor Tausende Soldaten. Nach Angaben der Nato habe es bisher keine "größeren Bewegungen" der Truppen gegeben, sagte der Nato-Oberbefehlshaber in Europa, Philip Breedlove. Bei einem Besuch in Thessaloniki machte er noch einmal deutlich, dass ein vollständiger Truppenabzug ein wichtiger Punkt sei, um die Normalität in der Region wiederherzustellen.

Der russische Präsident Wladimir Putin hatte am Samstag rund 17.600 Soldaten aus der russischen Grenzregion Rostow zurück in ihre Kasernen beordert. Nach Angaben des Kremls waren die Truppen für Militärmanöver an der Grenze zusammengezogen worden. Die Ukraine allerdings befürchtet eine Invasion und vermutet ebenso wie westliche Staaten, dass russische Soldaten die Separatisten in der Ostukraine aktiv unterstützen.

Im Osten der Ukraine wird die Waffenruhe weiterhin nicht eingehalten. Nahe der Stadt Mariupol wurden sieben Zivilisten bei einem Raketentreffer getötet, teilte die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) mit. Die Beobachter der OSZE mussten nach kurzer Zeit das Dorf Sartana wegen des gegenseitigen Beschusses von Einheiten der ukrainischen Armee und der Separatisten wieder verlassen, hieß es. In der Nähe des Dorfes liegt ein Checkpoint der ukrainischen Armee.

Soldaten bei Luhansk von Separatisten umzingelt

Auch nahe der von Separatisten kontrollierten Stadt Luhansk gehen die Kämpfe weiter. Nach Angaben eines Gouverneurs der ukrainischen Armee seien mehr als hundert Soldaten von den Separatisten eingekesselt worden. "Die Situation kann als kritisch beurteilt werden", sagte der Gouverneur Gennadi Moskal. Insgesamt seien 112 Armeeangehörige nahe einer Ausfallstraße westlich von Luhansk eingeschlossen. "Einige verletzte Soldaten wurden gefangen genommen, darunter ein Bataillonskommandeur", sagte Moskal. Die Truppe stehe unter schwerem Dauerbeschuss.

Der Generalstab der Armee bezeichnete die Situation bei Luhansk am Mittwoch als "schwierig, aber kontrollierbar". Der Armeesprecher Andrej Lissenko bestritt, dass die Soldaten vollständig eingeschlossen seien. Die Truppe könne weiter mit Nachschub versorgt werden.

Eigentlich gilt im Osten der Ukraine seit Anfang September eine Waffenruhe, diese war zuletzt jedoch von beiden Seiten wiederholt missachtet worden. Insbesondere um den Flughafen von Donezk gibt es weiter intensive Gefechte.