Die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) erhält weitere Unterstützung: Der Sprecher der pakistanischen Taliban (TTP), Shahidullah Shahid, gab bekannt, dass sechs Kommandeure dem IS die Gefolgschaft erklärt haben. Es handele sich dabei um die Stammesgebiete Orakzai, Kurram und Khyber sowie die Kommandeure des Distrikts Hangu und der Provinzhauptstadt Peshawar.

Die TTP als Organisation und ihr Anführer Maulana Fazlullah hätten dem IS-Chef Abu Bakr al-Bagdadi zwar nicht formell die Treue geschworen, aber unterstützten die Islamisten in ihrem Kampf für ein Kalifat. "Die Mudschaheddin, die im Irak und in Syrien kämpfen, sind unsere Brüder", heißt es in einer Mitteilung von Mullah Fazlullah, in der die Terrormiliz IS zwar nicht ausdrücklich erwähnt werde, allerdings sagte ein TTP-Anführer der dpa, die Unterstützung gelte für IS und für alle "islamischen Gruppen" in der Region.

Zuvor hatte bereits der Spiegel von Taliban-Kämpfern berichtet, die IS in Syrien und dem Irak unterstützten. Dass sich allerdings auch Taliban-Kommandeure solidarisch mit dem IS zeigen, wurde damals noch als unwahrscheinlich gewertet, schließlich stehe der IS in Konkurrenz zu Taliban.

Ein pakistanischer Geheimdienstoffizier, der anonym bleiben wollte, wertete die Erklärung der Kommandeure als einen Schlag gegen das Terrornetz Al-Kaida. Diese Entwicklung zeige, dass Al-Kaida in Pakistan an Unterstützung verliere, während der IS als "aufsteigender Stern" des militanten Islamismus wahrgenommen werde. Er gehe davon aus, dass Talibananführer Fazlullah die Erklärung der Kommandeure gebilligt habe.