Türkische Kampfflugzeuge haben einem Medienbericht zufolge Stellungen von Kurden-Rebellen im Südosten des Landes bombardiert. Es sei der erste größere Einsatz dieser Art gegen die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK seit Beginn des Friedensprozesses vor zwei Jahren gewesen, berichtet die Zeitung Hürriyet auf ihrer Internetseite. 

Die Angriffe am Sonntag hätten großen Schaden verursacht. Sie seien geflogen worden, nachdem PKK-Rebellen drei Tage lang einen Militärposten in der Nähe der Grenze zum Irak angegriffen hätten. Das türkische Militär äußerte sich zunächst nicht zu dem Bericht.  

Die Beziehungen zwischen der PKK und der türkischen Regierung hatten sich in den vergangenen Wochen stark verschlechtert. Grund ist die Belagerung der von Kurden bewohnten Stadt Kobani im Norden Syriens an der Grenze zur Türkei durch die radikale Miliz "Islamischer Staat" (IS). Die Kurden werfen der Türkei unter anderem vor, trotz eines drohenden Massakers nicht einzugreifen, weil die Kämpfer in Kobani Verbindungen zur PKK haben sollen.

Öcalan droht mit Ende des Friedensprozesses

Die Türkei lehnt einen militärischen Alleingang ab. Sie fordert eine international abgestimmte Strategie zur Bekämpfung des IS, der große Teile Syriens und des benachbarten Irak unter seine Kontrolle gebracht hat.

Der inhaftierte PKK-Führer Abdullah Öcalan hatte unlängst mit einem Abbruch des Friedensprozesses gedroht, sollte Kobani vom IS erobert werden. In den vergangenen Tagen gab es in der Türkei teils gewaltsame Demonstrationen von Kurden, die ein Eingreifen des türkischen Militärs gegen den IS in Kobani verlangen.