In der Ukraine haben nach der Parlamentswahl die Koalitionsverhandlungen der beiden Parteien von Präsident Petro Poroschenko und Regierungschef Arseni Jazenjuk begonnen. Beide Parteien, sowohl Block Petro Poroschenko als auch Jazenjuks Volksfront, streben eine Annäherung an die EU an, Poroschenko will sich um einen Beitritt 2020 bemühen. Es wird erwartet, dass die Koalitionsverhandlungen binnen zehn Tagen abgeschlossen sein werden. 

Die Volksfront und der Poroschenko-Block lagen nach Angaben der Wahlkommission mit jeweils mehr als 21 Prozent in Führung. Unklar ist, ob die rechte Partei Swoboda den Sprung über die Fünfprozenthürde geschafft hat, ersten Auszählungen nach erhielt sie nur 4,6 Prozent. Die russlandfeindliche rechtsextreme Partei Prawy Sektor hat über ein Direktmandat einen Sitz im Parlament erhalten: Ihr Vorsitzender Dmitro Jarosch gewann seinen Wahlkreis in der russischsprachigen Region Dnipropetrowsk. Landesweit kam die Partei auf zwei Prozent der Stimmen.

Die Europäische Union hat den Ablauf der Wahlen in der Ukraine begrüßt und die künftige Regierung zu Reformen und einem nationalen Dialog aufgerufen. EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy und EU-Kommissionschef José Manuel Barroso erklärten, sie hofften auf eine baldige Regierungsbildung.

Die neue Regierung müsse den politischen und wirtschaftlichen Reformprozess der Ukraine neu beleben. Dieser sei einschließlich eines "landesweiten nationalen Dialogs" entscheidende Voraussetzung für die politische Assoziierung und wirtschaftliche Integration der Ukraine in die EU.

OSZE mit Wahl zufrieden

Beobachter der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) haben die Wahl überwiegend positiv bewertet. Trotz der Unruhen im Osten des Landes sei ein Schritt voran zum Aufbau demokratischer Standards getan worden, erklärte die OSZE einen Tag nach der Wahl.

Die Wahl am Sonntag habe den Bürgern eine echte Auswahl gegeben und "fundamentale Freiheiten" respektiert. Am Wahltag selbst habe es nur wenige Störungen und Sicherheitsprobleme gegeben. Einschüchterungsversuche und Angriffe auf Wahlkampfmaterial habe es jedoch in den Tagen vor der Wahl gegeben, sagten OSZE-Mitarbeiter.