Wahllokal in Budapest, Ungarn © Bernadett Szabo/Reuters

Bei den Kommunalwahlen in Ungarn hat die rechtsextreme Jobbik-Partei vor allem in ländlichen Gegenden dazugewonnen. Sie blieb zwar insgesamt abgeschlagen an zweiter Position hinter der Fidesz-Partei von Ministerpräsident Viktor Orbán, doch die Stimmengewinne bei der Wahl vom Sonntag zeigten ihr Potenzial für mehr Wachstum, deuteten Beobachter die Wahl. Mit dem Erfolg sei Jobbik nun eine "Partei auf nationalem Niveau", sagte die Analystin Kornelia Magyar.

Die von Gábor Vona geführte Partei gewann in 14 meist kleineren Städten und Orten, wie aus den vorläufigen Ergebnissen hervorgeht. Bei der letzten Wahl 2010 hatte sie lediglich in drei Städten gesiegt. Jobbik ist nun in 18 der 19 ungarischen Landkreisen die zweitgrößte politische Kraft hinter Fidesz. Dies gilt als wichtige Basis mit Blick auf die kommenden landesweiten Wahlen im April 2018.

In 20 der 23 größten Städte des Landes setzten sich indes Kandidaten von Fidesz für das Bürgermeisteramt durch, darunter in der Hauptstadt Budapest. Nach Auszählung von 83 Prozent der Stimmen lag die Wahlbeteiligung bei 42 Prozent.

Dritter Wahlsieg für Fidesz in diesem Jahr

Regierungschef Orbán wandte sich am Sonntag nach Bekanntgabe der Ergebnisse in einer Rede an seine Anhänger. Er wolle Ungarn in den kommenden Jahren "großmachen", sagte er. Zudem lobte er den dritten Wahlsieg für seine nationalkonservative Fidesz-Partei in diesem Jahr. Im April hatte er sich eine dritte Amtszeit gesichert. Zudem gewann seine Partei die EU-Parlamentswahl.

Orbán steht international in der Kritik wegen der Beschneidung der Demokratie in seinem Land sowie seines autoritären Führungsstils. Seine Partei verfügt über eine Zweidrittelmehrheit, was ihr Verfassungsänderungen ermöglicht.