Die nigerianische Terrororganisation Boko Haram hat mit der Ermordung eines Deutschen gedroht. Der Anführer Abubakar Shekau behauptet in seiner jüngsten Videobotschaft, eine deutsche Geisel in seiner Gewalt zu haben, und drohte mit der Ermordung des Mannes. Shekau machte in dem Video auch Angaben zu den im April entführten mehr als 200 Schülerinnen; diese seien zum Islam konvertiert und verheiratet worden. Nigerianische Behörden prüfen derzeit die Echtheit des Videos.

Wie das Auswärtigen Amt mitteilt, handelt es sich bei der angeblichen Geisel möglicherweise um einen Mann, den Unbekannte Mitte Juli im Nordosten Nigerias entführt hatten. Er ist nach Recherchen der Deutschen Welle Leiter eines örtlichen Berufsbildungszentrums. Die nigerianische Zeitung Premium Times berichtete damals, der Lehrer sei in dem Ort Gombi im Bundesstaat Adamawa verschleppt worden. Zu dem Video der Terroristen wollte sich das Auswärtige Amt zunächst nicht äußern.

Boko Haram hatte in der Vergangenheit wiederholt Ausländer entführt, unter anderem im Januar 2012 einen deutschen Bauingenieur. Der Mann wurde Wochen später bei einer missglückten Befreiungsaktion getötet. Ein deutscher Mitarbeiter des Bauunternehmens Julius Berger, der vergangene Woche im Süden des Landes entführt worden war, kam dagegen am Donnerstag frei. Ein zweiter Deutscher wurde bei der Entführung im Bundesstaat Ogun getötet.