Demonstranten warten in Clayton, Missouri, auf die Entscheidung des dortigen Gerichts im Fall Michael Brown, 17.11.2014 © Jim Young/Reuters

In Ferguson im US-Bundesstaat Missouri wird die Entscheidung im Fall des erschossenen Teenagers Michael Brown erwartet. Ein Geschworenengericht in Clayton, Missouri, wird darüber befinden, ob der weiße Polizist Darren Wilson wegen der tödlichen Schüsse auf den unbewaffneten Schwarzen angeklagt wird. Der Gouverneur Jay Nixon rief den Notstand aus und aktivierte die Nationalgarde. So bereite man sich auf mögliche neue Proteste vor, sagten Behördenvertreter.

Michael Brown war unbewaffnet, als er von dem Polizisten erschossen wurde. Zeugen sollen beobachtet haben, dass er vor seinem Tod die Hände erhoben hatte. Er wurde von mindestens sechs Kugeln getroffen. Anschließend lag der leblose Körper stundenlang auf der Straße, ehe er weggebracht wurde.

Einen Tag nach dem Tod Browns kam es zu den ersten Auseinandersetzungen zwischen Bürgern und der Polizei. Die Polizei setzte Panzerfahrzeuge und militärische Ausrüstung ein, was ihr den Vorwurf einbrachte, zu einer weiteren Eskalation beigetragen zu haben. Die Demonstranten warfen in den folgenden Tagen unter anderem mit Steinen und Molotowcocktails auf die Polizisten, diese reagierten mit Tränengas und Gummigeschossen. 

Die tödlichen Schüsse hatten bereits lange vorhandene Spannungen zwischen Schwarzen und Weißen in Ferguson verstärkt. Zwei Drittel der Bevölkerung dort sind Schwarze, die Polizisten fast alle weiß. Der Fall führte zu einer landesweiten Debatte über Rassismus insbesondere bei der Polizei. Beim US-Justizministerium läuft eine Untersuchung über das Vorgehen der Polizei.

Auch im August hatte Gouverneur Jay Nixon bereits den Notstand verhängt und schließlich die Nationalgarde aktiviert. Wie viele Nationalgardisten diesmal zum Einsatz kommen sollen, sagte er nicht. Sie sollten auf Anfrage der Polizei "Leben und Besitz schützen", sagte Nixon. "Alle Menschen in der Region um St. Louis verdienen es, sich in ihren Gemeinden sicher zu fühlen und ihre Stimmen ohne Angst vor Gewalt oder Einschüchterung zu erheben."