Der rechtsextreme Front National (FN) erhält für die kommenden Wahlkämpfe in Frankreich einen Millionenkredit aus Russland. Am Wochenende berichtete das Internetportal Mediapart, Marine Le Pens Partei erhalte einen Kredit von 9 Millionen Euro von der First Czech Russian Bank. Nun stellt sich heraus, dass es sich dabei wohl nur um die erste Tranche eines 40-Millionen-Euro-Kredits handelt.

Le Pen hat die Zahlung über neun Millionen Euro bereits bestätigt. Andere Summen seien jedoch vollkommen aus der Luft gegriffen, sagte die Parteichefin. Ihr Finanzberater, Bernard Monot, gab allerdings an, die Partei benötige 45 Millionen Euro für die Finanzierung bis zum Präsidentschafts- und Parlamentswahljahr 2017, schreibt Mediapart. Auch Schatzmeister Wallerand Saint-Just hält es für möglich, dass seine Partei mehr Geld erhält. Seiner Kenntnis nach bis zu 10 Millionen Euro.

Le Pen hat sich mehrfach gegen die europäischen Sanktionen gegen Russland ausgesprochen und öffentlich bekundet, sie bewundere den russischen Präsidenten Wladimir Putin.

Le Pen soll Kredit persönlich ausgehandelt haben

Nach Angaben von Mediapart hat die Parteichefin den Millionenkredit persönlich ausgehandelt bei einer Reise nach Russland im Februar. Dabei soll es auch zum Treffen mit dem Politiker Alexander Babakow gekommen sein, der den Kredit mit vermittelt hat. Babakow steht auf der EU-Sanktionsliste.

Die First Czech Russian Bank hat ihren Sitz in Moskau und gehört dem früheren Finanzchef des Gaskonzerns Stroytransgaz, Roman Popov. An der Bank ist auch der Gasmagnat Gennadi Timtschenko beteiligt. Beide gelten als Vertraute des Kreml.