In der chinesischen Sonderverwaltungszone Hongkong ist es erneut zu schweren Zusammenstößen zwischen Demonstranten und der Polizei gekommen. Mehrere Menschen versuchten, das Parlament zu stürmen. Die Beamten setzten am Morgen Pfefferspray und Schlagstöcke gegen mehrere Hundert Protestierende ein und nahmen vier Bürger fest. Zuvor hatte rund ein Dutzend der prodemokratischen Aktivisten versucht, durch den Seiteneingang ins Parlament zu kommen. "Brecht es auf und stürmt es", rief einer der Demonstranten. Eine  Sitzung des Parlaments wurde nach Angaben der Regierung in Hongkong abgesagt, auch Besuchertouren sollen zunächst nicht stattfinden.

Am Dienstag hatten die Behörden in der chinesischen Sonderverwaltungszone damit begonnen, einen Teil des größten Protestlagers der Demokratiebewegung zu räumen. Seit Ende September blockieren die Demonstranten drei Hauptverkehrsadern der Millionenmetropole. Ihre Zeltlager sollen nun gegen ihren Willen schrittweise abgebaut werden. Die Aktivisten verlangen, dass die nächste Regierung von Hongkong in drei Jahren frei gewählt wird. Peking behält sich allerdings das Recht vor, die Kandidaten vorab auszuwählen.