Nordkorea hat auch die zwei letzten inhaftierten Amerikaner freigelassen: die US-Bürger Kenneth Bae und Matthew Miller. Sie befänden sich auf dem Heimweg in die Vereinigten Staaten, erklärte die US-Regierung. Damit ist ein wichtiger Konfliktpunkt zwischen den beiden Ländern entschärft. Präsident Barack Obama sagte, er sei dankbar für die Freilassung.

Bereits Ende Oktober hatte das kommunistische Regime in Pjöngjang den inhaftierten US-Bürger Jeffrey Fowle ausreisen lassen. Damals hatte Washington gefordert, auch Miller und Bae die Heimkehr zu erlauben. Zweieinhalb Wochen später ist dies nun geschehen. Was zur Freilassung der drei US-Bürger geführt hat, wurde nicht bekannt.

Aus US-Regierungskreisen hieß es, es habe kein quid pro quo gegeben – also keine direkte Gegenleistung seitens der Amerikaner. Auch bedeute die jüngste Entwicklung nicht, dass die Vereinigten Staaten ihre Haltung gegenüber dem nordkoreanischen Atomprogramm änderten. Es bleibe dabei, dass Pjöngjang zu seinen Zusagen zur Entnuklearisierung stehen müsse.

Der 24-jährige Miller war in Nordkorea wegen Spionage zu sechs Jahren Lagerhaft verurteilt worden. Angeblich hatte er bei seiner Ankunft im April sein Touristenvisum zerrissen und Asyl beantragt. Nordkorea hatte erklärt, Miller habe die Bedingungen in nordkoreanischen Gefängnissen und die Menschenrechtssituation untersuchen wollen.

Der 46-jährige Missionar Bae war wegen regierungsfeindlicher Aktivitäten zu 15 Jahren Arbeitslager verurteilt worden. Er war bereits 2012 festgenommen worden, als er eine Besuchergruppe führte. Bae leidet inzwischen dem Vernehmen nach unter Gesundheitsproblemen. Christliche Missionarstätigkeit ist in Nordkorea verboten.

Washington hatte wiederholt versucht, hochrangige Vertreter für Verhandlungen nach Nordkorea zu schicken, um die Freilassung der Männer zu erreichen. Pjöngjang hatte das abgelehnt.

Die Nachricht von der Freilassung der beiden Amerikaner kam am Tag vor der Abreise von Präsident Barack Obama nach Asien. Geheimdienstdirektor James Clapper begleitete Miller und Bae offenbar in die USA zurück.