Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) warnt hat davor gewarnt, die Wirtschaftssanktionen gegen Russland zu verschärfen. Wenn Russland wirtschaftlich isoliert werde, sei dies kein Beitrag zur Stabilisierung der Ukraine. "Sollte das unser Sinn und unser Ziel sein, Russland wirtschaftlich niederzuringen?", fragte Steinmeier. "Meine eindeutige Antwort ist: Nein, das ist, war und darf auch nicht Sinn von Sanktionen sein." Die EU hatte ihre Strafmaßnahmen wegen der Krise in der Ukraine ausgeweitet.

Die EU-Botschafter setzten nach Angaben von Diplomaten 13 prorussische Separatisten und fünf Organisationen auf die Sperrliste. Die Betroffenen erhalten ein Einreiseverbot und ihre Konten werden gesperrt. Die Europäische Union will die Namen am Samstag veröffentlichen. Bisher stehen auf der Liste 119 Personen und 23 Organisationen und Unternehmen. 

Auslöser für die Ausweitung der Sanktionen waren die Wahlen, die von den Separatisten in den von ihnen kontrollierten Regionen Donezk und Luhansk Anfang November veranstaltet wurden. Die EU wirft den Separatisten vor, die Abstimmung entgegen der Absprachen im Minsker Friedensabkommen organisiert zu haben. Außerdem war es trotz der vereinbarten Waffenruhe immer wieder zu Gefechten mit ukrainischen Regierungstruppen gekommen. 

Der Außenminister warnte vor einem isolierten, wirtschaftlich sogar kollabierenden Russland. Der Schaden für die russische Wirtschaft durch die Sanktionen belaufe sich nach Schätzung von Experten auf 140 Milliarden Dollar, sagte Steinmeier. Weitere Gründe für die schlechte russische Wirtschaft seien die Kapitalflucht, zurückhaltende Investitionen, Währungsverfall und der niedrige Ölpreis.  

Eine Verbesserung der wirtschaftlichen Lage Russlands ist momentan kaum in Sicht. Russland ist stark von Öl- und Gas-Exporten abhängig. Seit Juni sind die Ölpreise jedoch um gut ein Drittel gesunken.