Kinder klettern auf einen Panzer der ukrainischen Armee in Soledar, 100 Kilometer nördlich von Donezk. © David Mdzinarishvili/Reuters

Die USA unterstützen die ukrainische Armee im Kampf gegen die prorussischen Separatisten mit Kriegsgerät. Washington liefere den Truppen Radareinrichtungen zur Artillerieaufklärung sowie Nachtsichtgeräte und Schutzwesten, berichteten ukrainische Medien. Einen Teil der Ausrüstung habe US-Vizepräsident Joe Biden am Freitag bei seinem Besuch in Kiew übergeben.

Ein Pentagon-Sprecher sagte, bisher hätten die USA drei Radargeräte, mit denen Mörserbeschuss geortet werden kann, in die Ukraine gebracht. Die Geräte seien an Bord eines Transportflugzeugs gewesen, das Biden in die Ukraine begleitet habe. Sie könnten anfliegende Mörsergeschosse erkennen und deren Abschussort bestimmen. Das System könne auf Geschossen angebracht werden, die das Feuer erwidern können. In den kommenden Wochen sollen insgesamt 20 solcher Radargeräte in die Ukraine geliefert werden, sagte der Sprecher.

Die Regierung in Kiew hatte die USA mehrmals um militärische Ausrüstung gebeten. Präsident Barack Obama lehnt die Lieferung von Waffen und Munition – wie die Nato – bislang ab, stimmte aber der Lieferung nicht-tödlicher militärischer Ausrüstung zu.

7.500 russische Soldaten in der Ukraine

Der ukrainische Verteidigungsminister Stepan Poltorak kündigte an, die Regierung in Kiew plane eine Stärkung ihrer Streitkräfte. Details nannte er nicht. Nach Angaben aus Kiew befinden sich derzeit 7.500 russische Soldaten in den umkämpften Teilen des Landes. Diese trügen zur Verschlechterung der Lage in diesen Gebieten bei, sagte Poltorak. "Leider hängt die Stabilisierung der Situation im Osten der Ukraine nicht nur von uns ab", sagte er. Der Westen und die ukrainische Regierung werfen Russland vor, die Separatisten in der Ostukraine mit Waffen und Soldaten zu unterstützen.

Die ukrainischen Behörden teilten mit, dass seit Freitag in der Ostukraine vier Soldaten getötet und zehn weitere verletzt worden seien. Zudem sei nahe der von Separatisten gehaltene Stadt Luhansk ein 60-jähriger Zivilist getötet worden. Trotz einer Anfang September vereinbarten Waffenruhe gibt es im Osten der Ukraine immer wieder Kämpfe.   

Russlands Außenminister Sergej Lawrow warf den USA und der EU vor, mit ihren in der Ukraine-Krise verhängten Sanktionen einen Sturz der russischen Regierung zu beabsichtigen. Die russische Wirtschaft solle zerstört und Straßenproteste provoziert werden, sagte er der Agentur Tass. Der Westen wolle damit auch seine "falsche Taktik" in der Krise verdecken. "Unsere Partner haben in der Ukraine Extremisten unterstützt und ihre eigenen demokratischen Prinzipien mit Füßen getreten", sagte Lawrow. Russland wolle zwar nicht auf die Zusammenarbeit mit der EU verzichten. Eine baldige Rückkehr zu den früheren Beziehungen sei aber unmöglich.