Eine Frau vor einem zerstörten Haus in den Randbezirken der ukrainischen Stadt Slowjansk. © Vasily Fedosenko/Reuters

Die ukrainische Regierung kappt die Sozialleistungen für die Menschen in den östlichen Rebellengebieten. "Wenn ein Teil der Regionen Donezk und Luhansk von Betrügern kontrolliert wird, wird die Regierung kein Geld mehr in dieses Gebiet schicken", sagte Ministerpräsident Arseni Jazenjuk in Kiew. 

Jazenjuk sagte in einer Kabinettssitzung, Gas und Strom würden wegen des nahenden Winters weiter geliefert, "um eine Katastrophe zu vermeiden". Sozialhilfe werde aber erst wieder an die Bewohner der Rebellengebiete überwiesen, wenn sich die Separatisten von dort zurückgezogen hätten. Derzeit weiter zu zahlen, "wäre eine direkte Finanzierung von Terrorismus", sagte Jazenjuk.

Präsident Petro Poroschenko ordnete eine Truppenverstärkung für die umkämpften Gebiete an. Er will Vorstöße der Separatisten in Richtung der Hafenstadt Mariupol oder nach Charkiw sowie in den Norden verhindern. Die Separatisten hatten mit Angriffen gedroht. Der Sicherheitsrat in Kiew meldete weitere Truppenbewegungen von russischem Territorium in die Ukraine. Russland weist solche Berichte zurück.

Nach den Wahlen vom Sonntag war es wieder zu Kämpfen gekommen. Bei einem Artillerieangriff seien zwölf Zivilisten in dem Dorf Frunse getötet worden, teilten die Separatisten mit. Der Sicherheitsrat in Kiew sprach von zwei toten Soldaten und neun Verletzten. Am Mittwoch wurden zwei Jugendliche in Donezk getötet, als ein Geschoss einen Sportplatz nahe dem umkämpften Flughafen traf. Die örtlichen Behörden bestätigten, dass zwei junge Männer getötet worden seien.

Nachdem Poroschenko gedroht hatte, ein Gesetz zurückzunehmen, das den Rebellen eine Teilautonomie zubilligt, schlugen diese einen versöhnlichen Ton an. "Wir sind bereit, an einer neuen Version des Abkommens (von Minsk) zu arbeiten", hieß es in einer gemeinsamen Erklärung der beiden  selbst ernannten Volksrepubliken Donezk und Luhansk. Eine Reaktion aus Kiew darauf gab es zunächst nicht. Anfang September hatte Russlands Präsident Wladimir Putin mit Poroschenko in der weißrussischen Hauptstadt Minsk eine Waffenruhe und einen Plan für die Befriedung der Region vereinbart.

Die Separatisten sehen sich seit ihren Wahlen vom Sonntag gestärkt. Russland hatte die Abstimmung über Parlamente und Republikchefs trotz internationalen Protests anerkannt.