Die Europäische Union hat weitere Sanktionen gegen die von Russland annektierte Schwarzmeerinsel Krim beschlossen. Von Samstag an sind europäischen Firmen und Unternehmen mit Sitz in EU-Ländern jegliche Investitionen auf der Krim untersagt. Auch der Export von Gütern in den Bereichen Energie, Öl- und Gasförderung, Transport und Telekommunikation wurde von den 28 EU-Staaten verboten.

Unter die neuen Sanktionen fallen auch Tourismusangebote: Betreiber aus EU-Ländern dürfen an den Stränden oder anderen Orten der Halbinsel keine Tourismus-Dienstleistungen mehr anbieten. Kreuzfahrtschiffe, die einem Unternehmen aus der EU gehören, dürfen nur noch in Notfällen in Hafenstädten wie Sewastopol anlegen, hieß es. Damit sollen Touristen von einer Reise auf das eigentlich zur Ukraine gehörende Territorium abgehalten werden.

Bereits Mitte November hatten die EU-Außenminister beschlossen, die Sanktionen gegen die im März von Russland annektierte Krim auszuweiten. Dies wurde nun umgesetzt. "Die Annexion ist illegal", sagte eine Kommissionssprecherin. Die neuen Sanktionen seien Teil der EU-Politik, diese nicht anzuerkennen.

Die Strafmaßnahmen gelten dem Beschluss zufolge vom 20. Dezember an. Bereits bestehende Verträge können allerdings noch bis zum 20. März des kommenden Jahres eingehalten werden.

Die EU hatte bereits im Juni und Juli Sanktionen gegen die Krim verhängt. Dabei wurde unter anderem der Import von Produkten von der Schwarzmeerhalbinsel in die EU verboten und teilweise Investitionen in Infrastrukturprojekte untersagt.

Bei dem am Donnerstagnachmittag beginnenden Treffen der EU-Staats- und Regierungschefs in Brüssel soll die Ukraine-Krise eines der Hauptthemen sein. Weitere Sanktionsbeschlüsse werden dort allerdings nicht erwartet.