Die Polizei in Hongkong setzte am Montagmorgen Schlagstöcke gegen Demonstranten ein. © Tyrone Siu/Reuters

In Hongkong ist es abermals zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Polizei und Demonstranten gekommen. Eine Gruppe von Studenten hatte versucht, in den Hauptsitz der Regierung einzudringen. Die Polizei ging mit Pfefferspray und Schlagstöcken gegen die Demonstranten vor. Mehr als 40 Menschen wurden laut Berichten lokaler Medien verletzt. Darunter sind auch vier Polizisten, wie die Regierung der chinesischen Sonderverwaltungsregion mitteilte. Nach Angaben der Polizei wurden mehr als 40 Demonstranten festgenommen.

Die Kundgebung für demokratische Reformen hatte am Vorabend begonnen. Studentenführer riefen eine große Menge vor dem Regierungsgebäude zur Ausweitung der Proteste auf. Hunderte durchbrachen darauf Polizeilinien. An Absperrungen vor dem Amtssitz von Regierungschef Leung Chun-ying wurden sie gestoppt.

Viele Demonstranten trugen Regenschirme, die zu einem Symbol der Demokratiebewegung geworden sind. Etliche trugen zudem Atemschutzmasken, Helme und Schutzbrillen und riefen: "Ich will echte Demokratie!"

Mit Beginn des morgendlichen Berufsverkehrs blockierten zunächst mehrere Hundert Menschen eine wichtige Straße der Metropole. Ein Polizeisprecher bezeichnete die Aktion als "illegale Besetzung". Die Straßen wurden später geräumt, die Regierungsgebäude blieben am Montag aber geschlossen.

Regierungschef Leung warnte die Demonstranten vor einer Rückkehr auf die Straße. "Die Polizei wird von nun an entschlossen ihre Pflichten erfüllen", sagte er. "Manche Menschen haben die Toleranz der Polizei fälschlicherweise für Schwäche gehalten."   

Auslöser für die seit mehr als zwei Monaten andauernden Demonstrationen sind die Pläne der kommunistischen Führung in Peking, zwar 2017 erstmals direkte Wahlen in der früheren britischen Kronkolonie zuzulassen, aber eine freie Nominierung der Kandidaten zu verweigern. Die Demonstranten lehnen das ab. Allerdings verlor die Bewegung zuletzt zunehmend an Mitgliedern. Die Unterstützung der Hongkonger Bevölkerung schwindet.