Es klang bereits nach dem großen Coup: Aus libanesichen Sicherheitskreisen verlautete am gestrigen Dienstag, eine der Ehefrauen sowie ein Kind des selbsternannten Kalifen Abu Bakr al-Bagdadi seien festgenommen worden. Nun kommt das Dementi aus dem Irak: Die Frau des Anführers der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) sei verwechselt worden.

In einem Schreiben des irakischen Innenministeriums heißt es, die libanesischen Polizisten hätten eine Sadscha al-Dulaimi festgenommen. Sie sei eine Schwester des im Irak zum Tode verurteilten Omar al-Dulaimi. Der Dschihadist soll im Irak für mehrere Bombenanschläge verantwortlich sein.

Al-Bagdadi habe nach Kenntnissen des irakischen Geheimdienstes zwei Frauen namens Isra Radschab al-Kaisi und Fausi al-Dulaimi. Es werde angenommen, dass die beiden Al-Dulaimis verwechselt wurden. Die im Libanon festgenommene Sadscha sei eine nach Syrien geflohene Irakerin.

Kaum Kenntnisse von al-Bagdadis Privatleben

Noch haben die libanesischen Behörden auf das Dementi aus Bagdad nicht reagiert. Aus libanesischen Sicherheitskreisen verlautete am gestrigen Dienstag, die Frau und ein Kind seien vor zehn Tagen im Nordlibanon mit gefälschten Ausweispapieren festgenommen worden. Bei dem Kind – ob Sohn oder Tochter ist Medienberichten zufolge unklar – sei eine DNA-Probe genommen worden, die Vernehmungen der Frau würden von der libanesischen Militärstaatsanwaltschaft überwacht.

Über das Privatleben Al-Bagdadis ist nur wenig bekannt, er lebt zurückgezogen und wird streng bewacht. Auch gibt es unterschiedliche Angaben darüber, wie viele Ehefrauen und Kinder der IS-Chef hat. Konservative Auslegungen des Islam erlauben einem Mann, bis zu vier Frauen zu heiraten.  

Unter der Führung al-Bagdadis hat sich der IS zu einer der mächtigsten, reichsten und brutalsten Dschihadistengruppe der Welt entwickelt. Die Terrormiliz kontrolliert weite Teile des Irak und Syriens. Für die Festnahme al-Bagdadis haben die USA zehn Millionen Dollar (acht Millionen Euro) ausgesetzt.