Russlands Präsident Wladimir Putin hat die Annexion der ukrainischen Halbinsel Krim als einen der "wichtigsten Meilensteine" in der Geschichte seines Landes bezeichnet. In seiner Neujahrsansprache sagte er: "Die Liebe zum eigenen Mutterland ist eines der mächtigsten und erbaulichsten Gefühle." Sie habe sich besonders in der "brüderlichen Unterstützung" der Menschen auf der Krim gezeigt, als diese "entschieden, nach Hause zurückzukehren". Dieses Ereignis werde "für immer eine sehr wichtige Epoche" in der russischen Geschichte bleiben.

Russland hatte nach dem Sturz des prorussischen ukrainischen Präsidenten Viktor Janukowitsch die Krim im März annektiert. Wegen der Einverleibung der Halbinsel und seiner Unterstützung für moskautreue Separatisten in der Ostukraine liegt Russland im Streit mit dem Westen. Die EU und die USA verhängten Sanktionen, die eine heftige Wirtschaftskrise in Russland verstärkten. So stimmte Putin seine Landsleute auf ein hartes 2015 ein: "Das Jahr wird so, wie wir es selbst machen, wie effektiv, kreativ und wirkungsvoll sich jeder von uns einsetzen wird. 

Höchste Inflationsrate seit zehn Jahren

Während Putin versuchte, die Bevölkerung positiv zu stimmen, zeichnet sich ein Ende der russischen Währungs- und Wirtschaftskrise nicht ab. Dies belegen aktuelle Zahlen der russischen Zentralbank. Der Rubel steht durch den niedrigen Ölpreis und die Sanktionen des Westens unter Druck und hat seit Beginn des Jahres rund 50 Prozent seines Wertes im Vergleich zum Euro und Dollar verloren. Die Zentralbank hat in den vergangenen Wochen Milliarden ihrer Reserven aufgebraucht, um den Wertverfall der Landeswährung zu stoppen. Allein zwischen dem 19. und 26. Dezember sind die russischen Währungsreserven um 10,4 Milliarden Dollar geschrumpft. Die Summe der Rücklagen liege inzwischen bei nur noch 388,5 Milliarden Dollar (knapp 320 Mrd Euro), teilte die Zentralbank mit. 

Zudem berichtete das russische Statistikamt von der höchsten Inflationsrate seit 2008. Nach vorläufigen Berechnungen stiegen die Preise 2014 um bisher insgesamt 11,4 Prozent. Allein im Dezember lag die Teuerungsrate noch einmal bei 2,6 Prozent im Vergleich zum November. Dies war den Angaben zufolge die höchste monatliche Inflationsrate seit zehn Jahren. Experten warnen vor weiteren Preissteigerungen.

Parallel zu der Neujahrsansprache, die zunächst in die östlichen Gebiete Russlands ausgestrahlt wurde, schickte Putin Neujahrsgrüße an den ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko, wie die Nachrichtenagentur RIA Nowosti meldete. Beobachter sprachen von einer versöhnlich gemeinten Geste.