Die Nato hat die jüngsten russischen Manöver über der Ostsee als außergewöhnliche Militäraktivitäten eingestuft. Die am Sonntag beobachteten Flüge von sechs Langstreckenbombern könnten nicht als Routine bezeichnet werden, teilte das westliche Militärbündnis mit. Ähnliche Manöver seien allerdings bereits Ende Oktober über der Nordsee und dem Atlantik geflogen worden. Damals stießen russische Maschinen bis in die Nähe der portugiesischen Küste vor.

Nach Angaben der Nato wurden am Sonntag 13 russische Militärflugzeuge im internationalen Luftraum über der Ostsee identifiziert. Dabei handelte es sich neben sechs Langstreckenbombern um fünf als Trainingsmaschinen genutzte Flugzeuge sowie zwei Transportflieger. Alle Flüge seien sicherheitshalber von westlichen Kampfjets begleitet worden. An diesen Manövern hätten sich unter anderem portugiesische und kanadische Flugzeuge beteiligt.

Ein Sprecher des US-Verteidigungsministeriums sprach von einem "größeren Vorstoß", den er als eine Machtdemonstration des russischen Präsidenten Wladimir Putin bezeichnete. Die russischen Flugzeuge seien jedoch in internationalem Hoheitsgebiet unterwegs gewesen. Die Spannungen mit Russland würden durch die Flüge nicht verstärkt.  

Schon Ende Oktober hatte es Meldungen der Nato gegeben, dass über den beiden Meeren und Nordeuropa mehr russische Flugmanöver als üblich stattfinden. Abfangjäger eskortierten die Militärflieger, um Gefahr für den zivilen Flugverkehr zu vermeiden.