Die ukrainische Regierung und die prorussischen Separatisten haben sich nach Angaben der OSZE in der abtrünnigen Region Luhansk auf eine Waffenruhe verständigt. Alle Seiten hätten sich "im Grundsatz" entlang der gesamten Frontlinie in der Region Luhansk darauf geeinigt, teilte die Organisation mit. Sie solle am Freitag in Kraft treten. 

Um den nahen Flughafen von Donezk gibt es nach Angaben der ukrainischen Armee seit Montag keine Kämpfe mehr. Die Streitkräfte teilten mit, der ukrainische General Wolodymyr Askarow und der russische General Alexander Lenzow hätten dies vereinbart.

Ukrainische und russische Militärs würden am Dienstag auch mit den Separatisten im Gebiet Donezk über eine möglichst rasche Feuerpause sprechen. Einer der prorussischen Rebellenführer, Andrej Purgin, sagte, auf dem Flughafen gebe es Verhandlungen "zwischen Militärs". Diese würden am Dienstag in Donezk im Rahmen der Minsker Vereinbarungen mit Vertretern der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit (OSZE) fortgesetzt.

Eine Anfang September im weißrussischen Minsk vereinbarte Waffenruhe war bisher von beiden Seiten immer wieder  durchbrochen worden.

Deutschlands Außenminister Frank-Walter Steinmeier war über die von der OSZE verkündete Einigung offenbar nicht informiert. Es sei nicht sicher, ob diese Meldungen Bestand hätten, sagte er nach seiner Ankunft beim Treffen der Nato-Außenminister in Brüssel. Er forderte Russland und die Ukraine auf, wieder über die Umsetzung des Minsker Abkommens zu sprechen. "Bedauerlicherweise" sei seit der Unterzeichnung "nichts Entscheidendes vorangegangen". Nach dem erfolgten Gefangenenaustausch müssten nun auch Konfliktparteien an der Grenze entflochten werden. 

Umkämpfte Ruinen

Die Separatisten kontrollieren die Regionen Donezk und Luhansk im Osten der Ukraine. Die Ruinen des internationalen Flughafens sind seit Monaten umkämpft, werden aber von den Regierungstruppen gehalten. 

Bei dem Treffen der Außenminister im Nato-Hauptquartier geht es auch um die neue Eingreiftruppe des Bündnisses. Der Nato-Gipfel Anfang September hatte sie vor dem Hintergrund der Ukraine-Krise beschlossen, weil die Angst vor einer Bedrohung durch Russland wuchs. Erste Einheiten sollen im kommenden Jahr unter Beteiligung Deutschlands getestet werden.

Zuletzt waren innerhalb von 24 Stunden drei ukrainische Soldaten getötet und 14 weitere verletzt worden, wie ein ukrainischer Armeesprecher sagte. Die Stadtverwaltung von Donezk teilte mit, durch Artilleriebeschuss seien 14 Zivilisten verletzt worden. In dem Konflikt starben bisher mehr als 4.300 Menschen.