Venezuelas linksgerichteter Präsident Nicolás Maduro hat den Vereinigten Staaten vorgeworfen, den Energiemarkt für politische Zwecke zu nutzen. Die USA überschwemmten den Markt mit billigem Schieferöl, um Russland zu zerstören. Vor Geschäftsleuten fragte Maduro, ob ihnen bewusst sei, dass ein Ölkrieg tobe.

Zudem sei der niedrige Ölpreis auch gegen Venezuela gerichtet "um uns zu rekolonisieren, um unsere Revolution zu zerstören und einen Zusammenbruch der Wirtschaft herbeizuführen", sagte der Staatschef. Der Preis für ein Barrel (159 Liter) venezolanischen Erdöls war von 95 US-Dollar im September auf zuletzt 48 Dollar (39,4 Euro) gefallen. Der Verkauf des Rohstoffs macht etwa 95 Prozent aller Exporte des Opec-Mitglieds aus und ist somit die wesentliche Quelle für Devisen.

Dem stark vom Ölexport abhängigen südamerikanischen Land droht nach Einschätzung von Analysten in wenigen Monaten der Bankrott. Im März muss Venezuela 1,3 Milliarden US-Dollar (etwa 1,07 Mrd. Euro) an Staatsanleihen zurückzahlen. Insgesamt werden 2015 mehr als 30 Milliarden Dollar an Zahlungen fällig.