Durch eine Explosion auf einem Marktplatz im Nordosten Nigerias sind 20 Menschen gestorben. 18 weitere Menschen seien verletzt worden. Ein zehnjähriges Mädchen habe den Sprengsatz bei sich getragen, sagte ein Zeuge der nigerianischen Zeitung Premium Times. Der Nachrichtenagentur AFP sagte das Bürgerwehr-Mitglied Ashiru Mustapha, die Bombe sei explodiert, als das Mädchen am Zugang zu dem Markt durchsucht wurde.

Ein Metalldetektor habe angeschlagen, als das Mädchen durchsucht wurde, sagte Mustapha. Ein Augenzeuge berichtete, zwei Mitglieder der Bürgerwehr, die das Mädchen durchsuchten, seien unter den Opfern. Er gehe davon aus, dass die Bombe aus der Entfernung gezündet wurde. Unklar ist, ob das Mädchen von der Bombe an seinem Körper wusste. Zu der Tat bekannte sich zunächst niemand.

Auf demselben Markt in der Stadt Maiduguri waren erst Ende November und Anfang Dezember bei Selbstmordanschlägen von mehreren Frauen 55 Menschen getötet worden. Maiduguri ist die Hauptstadt des Bundesstaates Borno.

Soldaten wehren weiteren Angriff ab

Einen Angriff der islamistischen Terrororganisation Boko Haram auf die Hauptstadt des benachbarten Bundesstaates Yobe konnten nigerianische Soldaten nach eigenen Angaben hingegen abwehren.

Bei den Kämpfen in Damaturu seien fünf Soldaten schwer verletzt worden. Wie viele Opfer es in der Zivilbevölkerung und unter den Angreifern gab, ist noch unklar, teilte das Militär mit. Soldaten beschlagnahmten demnach bei den Kämpfen am späten Freitag Sprengstoff und auch Panzerfäuste.

Der Angriff erfolgte nur wenige Tage nach einer Großoffensive der Boko Haram im nahen Bundesstaat Borno rund um die Stadt Baga, bei der Hunderte Menschen ums Leben kamen. Tausende sind vor den Kämpfen geflohen. Amnesty International sprach vom wohl bislang schlimmsten Boko-Haram-Terrorakt in dem ölreichen westafrikanischen Land. Die sunnitischen Fundamentalisten kämpfen im Nordosten Nigerias und in den angrenzenden Gebieten Kameruns für die Errichtung eines Gottesstaats.