Im Nordosten Nigerias hat die islamistische Terrormiliz Boko Haram mehrere Orte niedergebrannt. Die örtlichen Behörden sprechen von 16 vollständig zerstörten Ortschaften im Bundesstaat Borno. Wie die BBC unter Bezug auf Offizielle berichtet, soll bei dem Angriff, der sich bereits am Mittwoch ereignet haben soll, unter anderem das wichtige Handelszentrum Baga nahezu komplett niedergebrannt worden sein.

Zu der Anzahl der Opfer gibt es unterschiedliche Angaben. Laut BBC wurden zunächst 2.000 tote Einwohner befürchtet. Die Zahl wurde jedoch vom Sicherheitsbeamten des Bundesstaates Borno entschieden zurückgewiesen. Der Leiter des Bezirks, Abba Hassan, sprach gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters von bis zu 100 Toten.

Rund 20.000 Menschen seien aus Baga und den anderen Orten geflüchtet. Rund 560 Menschen sollen auf eine Insel im Tschad-See geflohen sein, wo sie ohne Lebensmittelversorgung seien. Die Katastrophenschutzbehörde bereite einen Hilfseinsatz vor.

Erst am Sonntag hatte die Terrormiliz einen Militärstützpunkt in der Stadt Baga in ihre Gewalt gebracht. Viele Bewohner seien dabei ins Nachbarland Tschad geflüchtet. Auch Soldaten, die Baga vor den Extremisten schützen sollten, waren am Wochenende geflohen.

Im Jahr 2009 radikalisierte sich die Gruppe Boko Haram und bekämpft seither aktiv den nigerianischen Staat im Nordosten Nigerias. Boko Haram will in der Region einen Gottesstaat errichten. Immer wieder gelingt es der Terrorgruppe, Städte einzunehmen. Bereits Tausende sind bei Terroranschlägen ums Leben gekommen. Inzwischen geraten auch der angrenzende Tschad und der Norden Kameruns stärker in den Fokus der Terrormiliz. Kamerun hat deshalb bereits Tausende zusätzliche Soldaten an die Grenze verlegt.