Der jemenitische Ableger des Terrornetzwerks Al-Kaida hat sich zu dem Anschlag auf die französische Satirezeitung Charlie Hebdo bekannt. "Es wurden Helden rekrutiert, und sie haben gehandelt", erklärte einer der Anführer von Al-Kaida auf der Arabischen Halbinsel (AQAP), Nasser Ben Ali al-Anassi, in einem auf einer islamistischen Internetseite veröffentlichten Video.

Das Massaker vom vergangenen Mittwoch sei "Vergeltung für den Propheten" gewesen. Charlie Hebdo hatte wiederholt Karikaturen des islamischen Propheten Mohammed veröffentlicht, die im Islam als beleidigend empfunden werden.

Al-Anassi sagt in dem Video weiter, Frankreich gehöre zur "Partei des Satans". Er warnte vor weiteren Tragödien und Terror. Der jemenitische Ableger von Al-Kaida wählte nach seinen Worten "das Ziel, legte den Plan vor und finanzierte die Operation".

Zwei Attentäter hatten vor einer Woche einen Anschlag auf die Zeitungsredaktion in Paris verübt, bei dem insgesamt 17 Menschen getötet wurden. Bereits kurz nach dem Anschlag wurde bekannt, dass die beiden Männer, die Brüder Chérif und Said Kouachi, Verbindungen zu AQAP gehabt haben sollen. In Tweets und Audiobotschaften hatten Al-Kaida-Führer bereits am Freitagabend die Verantwortung für die Angriffe übernommen.

AQAP ist eine von drei Ablegern des Terrornetzwerks Al-Kaida und mit Abstand der schlagkräftigste. Er war in den vergangenen Jahren verantwortlich für mehrere Anschläge im Westen – auf Frachtflugzeuge ebenso wie auf einen US-Passagierjet auf dem Weg von Amsterdam in die USA. Die sunnitischen Extremisten nutzen den Jemen als Rückzugsort und Rekrutierungsbecken. Im Jemen verüben sie immer wieder Anschläge.

Kontakt nach Belgien

Einer der Attentäter von Paris hatte Medienberichten zufolge auch Verbindungen nach Belgien. Ein Mann aus der südbelgischen Stadt Charleroi hatte in den vergangenen Monaten mit Amedy Coulibaly über den Kauf eines Autos und von Waffen verhandelt. Die Polizei habe entsprechende Dokumente bei dem Verdächtigen gefunden, berichteten die belgische Nachrichtenagentur Belga und die Zeitung La Dernière Heure unter Berufung auf eine mit der Sache vertraute Person. Coulibaly war der Geiselnehmer im koscheren Supermarkt in Paris und hat zudem eine Polizistin erschossen.

Den Berichten zufolge gab der Mann an, Coulibaly habe ein Auto bei ihm kaufen wollen. Er habe Coulibaly allerdings übers Ohr gehauen. Nachdem er vom dschihadistischen Hintergrund seines Kunden erfuhr, wandte sich der Händler verängstigt an die Polizei.