Altbundespräsident Christian Wulff wird Deutschland bei der Trauerfeier für den verstorbenen saudischen König Abdullah vertreten. Das geschehe auf Bitten von Bundeskanzlerin Angela Merkel, sagte eine Regierungssprecherin in Berlin. Warum ausgerechnet Ex-Präsident Wulff Deutschland bei den Feierlichkeiten vertrete, dazu äußerte sich die Sprecherin nicht. 

Die Trauerfeier für den verstorbenen saudischen Monarchen soll an diesem Samstag stattfinden. Er war am späten Donnerstagabend im Alter von 91 Jahren gestorben, bereits am Freitag wurde er in einem nicht markierten Grab beerdigt. Merkel kondolierte zum Tod des Staatsoberhauptes und rühmte dessen "ausgewogene und vermittelnde Politik im Nahen Osten".

Dennoch werden weder die Kanzlerin noch Bundespräsident Joachim Gauck nach Riad reisen. Die Nachrichtenagentur dpa berichtete, es habe im Laufe des Tages eine Reihe von Telefonkontakten zwischen Bundespräsidialamt, der Bundeskanzlerin und Außenminister Frank-Walter Steinmeier gegeben, der sich gerade in Nordafrika aufhält. Bundespräsident Gauck feiert an diesem Samstag seinen 75. Geburtstag, Merkel war zuletzt bei ihren Auftritten in Davos und in Florenz schwer erkältet.   

Der Vorschlag für Wulff kam nach Angaben aus Regierungskreisen von Merkel, die sich vergangene Woche noch einmal dessen Satz "Der Islam gehört inzwischen auch zu Deutschland" zu Eigen gemacht hatte. In Deutschland ist es eher unüblich, dass ehemalige Amtsträger das Land bei solchen Anlässen vertreten. Es gab aber auch früher schon einzelne Fälle. In den USA dagegen ist es gängige Praxis, dass ehemalige Präsidenten das Land in solchen Fällen repräsentieren.