Chefin der französischen rechtsextremen Partei Front National (FN), Marine Le Pen © Eric Gaillard/Reuters

Die Chefin der französischen rechtsextremen Partei Front National (FN), Marine Le Pen, läge einer Umfrage zufolge klar vorn, wenn am Sonntag ein neuer Präsident gewählt werden würde. Marine Le Pen käme auf 29 bis 31 Prozent und läge damit deutlich vor all ihren Rivalen, zeigt eine Befragung durch das Ifop-Institut für die Zeitschrift Marianne.

Der frühere Staatspräsident Nicolas Sarkozy, Regierungschef Manuel Valls und der ehemalige Ministerpräsident Alain Juppé erreichten dieser Umfrage zufolge jeweils etwa 23 Prozent. Staatschef François Hollande könnte mit 21 Prozent rechnen. In der Stichwahl würde Marine Le Pen demnach aber klar geschlagen werden, ganz gleich, wer ihr Gegner sein würde.

In Frankreich wird der Präsident direkt vom Volk gewählt. Wenn im ersten Wahlgang keiner der Kandidaten die absolute Mehrheit der Stimmen erhält, wird eine Stichwahl zwischen den beiden Kandidaten durchgeführt, die im ersten Durchgang die meisten Stimmen erhalten haben.

Seit Einführung des heutigen Wahlsystems im Jahr 1962 war bei jeder Wahl eine Stichwahl nötig. Den höchsten Stimmenanteil im ersten Wahlgang erhielt Charles de Gaulle bei der Präsidentschaftswahl 1965 mit 44,6 Prozent. Die nächste Präsidentschaftswahl in Frankreich wird in zwei Jahren stattfinden.

Für die kommenden Kommunalwahlen – in den französischen Departements – sieht sich Le Pen aufgrund ihrer guten Umfragewerte im Aufwind. Auf Twitter schrieb sie: "Trotz der jüngsten Medienpropaganda schreibt mir das Ifop 30 Prozent bei der Präsidentschaftswahl zu. Allgemeine Mobilmachung für die Kommunalwahlen!"