Das Bündnis gegen den "Islamischen Staat" (IS) hat nach US-Angaben Tausende Kämpfer und die Hälfte der Anführer der radikalislamischen Terrormiliz getötet. Der US-Botschafter im Irak, Stuart Jones, nannte beim Fernsehsender al-Arabiya sogar eine konkrete Zahl: 6.000 Kämpfer seien tot.

Während Vertreter des US-Verteidigungsministeriums diese Angaben bestätigten, sprach Verteidigungsminister Chuck Hagel von "Tausenden" getöteter IS-Kämpfer und einigen Anführern. Hagel warnte davor, anhand solcher "body counts" – der Zählung von Todesopfern – den Fortschritt des Kampfs gegen den IS zu beurteilen. "Ich war in einem Krieg, in dem es jeden Tag viele body counts gab. Und wir haben diesen Krieg verloren", sagte er mit Blick auf den Vietnamkrieg.

Laut Hagel gibt es aber andere Hinweise darauf, dass der IS unter Druck ist: So hätten die Dschihadisten Schwierigkeiten bei der Rekrutierung neuer Kämpfer, bei dem Erhalt von Nachschubrouten und der Kommunikation auf dem Schlachtfeld.

Geschwächte Kampfkraft

Die USA und ihre Verbündeten hatten im Irak am 8. August und in Syrien am 23. September vergangenen Jahres mit Luftangriffen gegen die Dschihadisten begonnen. Sollte die Schätzung von 6.000 getöteten Kämpfern zutreffen, wären dies rund 20 bis 30 Prozent der 20.000 bis 31.500 IS-Kämpfer, von denen der US-Geheimdienst vergangenes Jahr ausgegangen ist.

Der amerikanische Außenminister John Kerry sagte, dass die zahlreichen Luftangriffe die Stärke der Terrormiliz gemindert hätten. Die internationale Allianz habe im Irak 700 Quadratkilometer aus der Hand des IS zurückerobert und eine Zahl an Extremisten im einstelligen Tausenderbereich getötet, sagte er laut CNN.

Momentan sollen die USA und der Irak einem Bericht zufolge die Rückeroberung der zweitgrößten irakischen Stadt Mossul vorbereiten. Kurdische Kämpfer sowie weitere vom Westen ausgebildete Kräfte sollten bis spätestens zum Sommer bereit sein, die Offensive zu starten, zitierte das Wall Street Journal den Chef des US-Militärkommandos Centcom, General Lloyd Austin. Er habe noch nicht entschieden, ob er sich dafür aussprechen werde, dass die Offensive von US-Soldaten unterstützt wird.

Am Donnerstag hatten ranghohe Vertreter von 21 westlichen und arabischen Ländern der Militärkoalition gegen den IS in London über ihre Strategie beraten. Dabei ging es auch um ausländische IS-Kämpfer, die Finanzquellen der Gruppe und die humanitäre Hilfe für die betroffene Zivilbevölkerung.