Ein kamerunischer Soldat nahe der Grenze zu Nigeria © Reinnier Kaze/AFP/Getty Images

Kamerunischen Streitkräften ist es gelungen, eine deutsche Geisel aus den Händen von Boko Haram zu befreien. Der im vergangenen Juli entführte Mann sei von einer Spezialeinheit befreit und in Sicherheit gebracht worden, sagte Kameruns Staatschef Paul Biya. Er dankte allen, die zur Befreiung beigetragen hätten, insbesondere auch der deutschen Bundesregierung. Details blieben unklar.

Wo und wie die Geisel befreit wurde, teilte Biya nicht mit. Es soll sich um den Leiter eines Berufsbildungszentrums handeln, der in Gombe im nigerianischen Bundesstaat Adamawa verschleppt worden war. Der Anführer von Boko Haram, Abubakar Shekau, hatte daraufhin gedroht, die Geisel zu töten.

Am Dienstag hatte die kamerunische Armee 24 Menschen befreit, die Boko Haram nach einem Überfall auf zwei Dörfer festgehalten hatte. "Die Angreifer flohen zurück nach Nigeria, von woher sie gekommen waren", sagte Mijiyawa Bakary, Gouverneur der Provinz Extrême-Nord.

Boko Haram bekannte sich unterdessen dazu, Anfang Januar die nigerianische Stadt Baga angegriffen zu haben. Dabei waren 2.000 Menschen getötet und 3.700 Häuser zerstört worden. Die islamistische Terrormiliz will im Nordosten Nigerias und in den angrenzenden Gebieten Kameruns und des Tschads einen Gottesstaat errichten. Seit 2009 hat sie mehr als 15.000 Menschen getötet.

Im Oktober hatten Bewaffnete in Nigeria einen deutschen Mitarbeiter der Baufirma Julius Berger entführt. Dieser kam nach rund einer Woche wieder frei. Ob ein Lösegeld gezahlt worden war, blieb unklar.

Ein weiterer Deutscher, der für einen Subunternehmer von Berger arbeitete, wurde bei der Entführung jedoch erschossen. Trotz der Sicherheitsrisiken vor allem im Norden des Landes bleibt das ölreiche Nigeria als größte Volkswirtschaft des Kontinents für deutsche Unternehmen interessant.