Die Palästinenser treten laut UN-Generalsekretär Ban Ki Moon am 1. April dem Internationalen Strafgerichtshof bei. An diesem Datum würde "das Statut für den Staat Palästina" in Kraft treten, hieß es in einer Stellungnahme auf Bans Website. Damit bezog er sich auf den jüngst von den Palästinensern eingereichten Antrag, in dem sie das Römische Statut ratifizierten, den Grundlagenvertrag des Weltstrafgerichts. Dies war der letzte formale Schritt zur Mitgliedschaft bei dem Gericht. Als Mitglied könnte die Palästinenserbehörde Israel verklagen, etwa wegen seines Vorgehens im Gaza-Krieg oder des Siedlungsbaus im besetzten Westjordanland.

Abbas hatte in der Silvesternacht den Weg zum Beitritt Palästinas zum Internationalen Strafgerichtshof bereitet. Er unterzeichnete die vertragliche Grundlage des IStGH, das sogenannte Rom-Statut, sowie 19 weitere internationale Verträge.

Die USA, die wie Israel dem IStGH nicht angehören, sehen durch einen Beitritt zu dem Tribunal die Bemühungen um einen Nahost-Frieden gefährdet. Regierungsvertreter in Washington haben zudem gewarnt, dass die USA ihre Unterstützung für die Palästinenser im Umfang von jährlich etwa 400 Millionen Dollar einstellen könnten.