Der russische Staatschef Wladimir Putin wird nach Angaben des Kremls zum 70. Jahrestag der Befreiung des NS-Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau durch die Rote Armee nicht nach Polen reisen. Eine Teilnahme Putins an der Gedenkveranstaltung am 27. Januar stehe nicht auf dessen Terminplan, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow. Einen Grund nannte er nicht.

Der russischen Nachrichtenagentur Interfax sagte Peskow, Putin habe keine Einladung zu der Zeremonie erhalten. Zugleich gab er an, es sei dem Kreml bekannt, dass keine offiziellen Einladungen verschickt worden seien. Zuerst hatte es geheißen, das sei der Grund für das Fernbleiben Putins.

Laut der am Dienstag in Polen veröffentlichten Gästeliste wird Russland bei der Veranstaltung durch seinen Botschafter vertreten. Für Deutschland und Österreich nehmen die Bundespräsidenten Joachim Gauck und Heinz Fischer teil. Aus Frankreich wird Staatschef François Hollande erwartet, aus Belgien und den Niederlanden die Königspaare und die Regierungschefs. Geleitet werden soll die Zeremonie vom polnischen Präsident Bronislaw Komorowski.

Das deutsche Konzentrations- und Vernichtungslager auf dem Gebiet des heutigen Polens war am 27. Januar 1945 von sowjetischen Truppen befreit worden.

Die Beziehungen zwischen Russland und dem Westen sind wegen der Ukraine-Krise gespannt. Die polnische Regierung gehört zu den schärfsten Kritikern der russischen Politik.

Den Angaben zufolge hat Putin vom tschechischen Präsidenten Miloš Zeman eine Einladung zu einer Gedenkveranstaltung in Prag bekommen. Peskow machte dazu keine näheren Angaben. Er sagte nur, der Kremlchef messe Gedenkveranstaltungen zum Zweiten Weltkrieg außerordentliche Bedeutung bei.

In der ursprünglichen Fassung war davon die Rede, Putin sei von Polen nicht eingeladen worden und komme deshalb nicht. Diese Angaben wurden inzwischen richtig gestellt und auch von uns korrigiert.