Die USA verhängen als Reaktion auf jüngste Hackerangriffe weitere Sanktionen gegen Nordkorea. Betroffen seien drei Institutionen und Staatsunternehmen sowie zehn Regierungsvertreter des kommunistischen Staates, teilten Regierungssprecher mit. Diesen werde künftig der Zugang zum US-Finanzsystem verwehrt und Amerikaner dürften mit den Betroffenen nicht länger Handel treiben. 

Laut US-Präsident Barack Obama, der sagte, dies sei nur der "erste Teil" der angekündigten Reaktion, unterzeichnete eine entsprechende präsidiale Anordnung. "Die Anordnung zielt nicht auf das nordkoreanische Volk, sondern ist gegen die Regierung Nordkoreas und deren Aktivitäten gerichtet, die die Vereinigten Staaten und andere bedrohen", schrieb Obama in einem Brief an beide Kammern des Kongresses in Washington.

Bei den betroffenen Institutionen und Unternehmen soll es sich um den wichtigsten nordkoreanischen Geheimdienst RGB handeln und zwei Rüstungsunternehmen.  Zudem werden zehn Regierungsvertreter auf die Sanktionsliste gesetzt, darunter Vertreter des sanktionierten Rüstungskonzerns Komid in Namibia, Russland, Syrien und dem Iran. Mit den Sanktionen wird das Vermögen der Betroffenen in den USA eingefroren und US-Bürgern und Firmen werden  jegliche Geschäftskontakte mit ihnen untersagt.

Die USA werfen dem Regime unter Machthaber Kim Jong Un vor, hinter massiven Hackergriffen gegen Sony Pictures sowie Terrordrohungen zu stehen. Anlass war die US-Kinosatire The Interview, in der es um die fiktive Ermordung des nordkoreanischen Herrschers geht. Bei der Cyberattacke auf Sony Pictures Entertainment wurden im November massenhaft Firmendaten entwendet und im Internet veröffentlicht. Es ist der bislang schwerste Hackerangriff auf eine Firma in den USA. Sony hatte die Filmkomödie zum Ärger Obamas zunächst zurückgezogen, danach aber doch freigegeben. Die Regierung in Pjöngjang hat sämtliche Vorwürfe zurückgewiesen, hinter dem Cyberangriff zu stecken.

Angriff auf die Meinungsfreiheit

Die USA halten bereits seit Jahren Sanktionen gegen das Land wegen seines Atomprogramms aufrecht. Die wirtschaftlichen Verflechtungen sind sehr gering.

Die neuen Sanktionsschritte seien nicht nur eine Antwort auf die Cyberangriffe, sondern auch auf anhaltende Provokationen, die Destabilisierungspolitik und repressive Handlungen Nordkoreas, sagte der Sprecher des Weißen Hauses, Josh Earnest. Man nehme die Hackerangriffe ernst, die einem US-Unternehmen finanziell schaden sollten. Zudem habe Nordkorea die Meinungsfreiheit in den USA bedroht.