Freiwillige Ukrainer vor ihrer Abreise an die Front im Osten des Landes © Gleb Garanich/Reuters

Die Ukraine will die Ausreisebedingungen für wehrpflichtige Männer verschärfen. Grund ist die Flucht zahlreicher Ukrainer vor einer Mobilmachung. Präsident Petro Poroschenko hat die Regierung zudem aufgefordert, die Rotation der Einheiten im Donbass besser zu gewährleisten. Das teilte das Präsidialamt mit. Unter anderem dürfte die Regierung festlegen, wie lange Soldaten an der Front dienen sollen.

Im Kampf gegen Separatisten hatte die Regierung in Kiew vor wenigen Tagen mit der Bewaffnung von etwa 50.000 Reservisten begonnen. Insgesamt könnten in diesem Jahr bis zu 10o.000 Ukrainer mobilisiert werden. Poroschenko will dadurch die Truppen in der Ostukraine verstärken. Seitdem flohen viele Einberufene in benachbarte EU-Staaten oder nach Russland.

Um weitere Anreize zu schaffen, hat die ukrainische Regierung Prämien eingeführt. Der Staat zahlt künftig etwa für ein zerstörtes Fahrzeug der Separatisten umgerechnet 600 Euro, heißt es in einem Beschluss der Regierung. Für jeden zerstörten Panzer soll es eine Belohnung von 2.400 Euro geben, für jedes abgeschossene Kampfflugzeug 6.000 Euro. Zusätzlich will die Regierung den Soldaten für jeden Tag im Kampfeinsatz 50 Euro zahlen. 

Gewalt hat Region weiter im Griff

In der ostukrainischen Stadt Donezk halten die Kämpfe zwischen Armee und prorussischen Separatisten an. Die Separatisten berichteten, in Donezk seien bei den schwersten Artillerieangriffen seit Tagen mindestens 17 Menschen getötet worden. 

Russland rief die ukrainische Armee mit Nachdruck auf, den Beschuss der Stadt sofort einzustellen. In Kiew sagte Wladislaw Selesnjow vom Generalstab, dass innerhalb von 24 Stunden fünf Soldaten getötet und 23 weitere verletzt worden seien.

Das geplante Treffen der Ukraine-Kontaktgruppe in Minsk wurde abgesagt. Zuletzt waren wiederholt Pläne für ein Treffen der Kontaktgruppe geplatzt.