Nach dem Ende der politischen Eiszeit zwischen den USA und Kuba reisen amerikanische Diplomaten demnächst zu Gesprächen nach Havanna. Top-Diplomatin Roberta Jacobson wird am 21. und 22. Januar 2015 auf Kuba Verhandlungen über die Wiederaufnahme der seit Jahrzehnten unterbrochenen diplomatischen Beziehungen beginnen. Das kündigte Jen Psaki, Sprecherin im Außenamt in Washington, an. Zusätzlich zu der angestrebten Normalisierung der Beziehungen sollten sich die Gespräche um Wege drehen, wie eine "sichere, legale und geordnete Migration zwischen den Vereinigten Staaten und Kuba" ermöglicht werden könne. Bereits im Juli 2014 hatte es in Washington ein kubanisch-amerikanisches Treffen zum Thema Migration gegeben.

Bei der in Havanna erwarteten US-Delegation handelt es sich um die ranghöchste Abordnung seit Jahrzehnten. Stunden vor der Ankündigung hatte die kubanische Regierung nach Angaben von Menschenrechtlern mindestens fünf politische Gefangene auf freien Fuß gesetzt. Es handele sich um Mitglieder der verbotenen Oppositionsbewegung.

Die USA und Kuba hatten im Dezember die Wiederaufnahme diplomatischer Beziehungen angekündigt – nach mehr als 50 Jahren Unterbrechung. Kubas Präsident Raúl Castro hatte seinem US-Kollegen Barack Obama die Freilassung von rund 50 kubanischen Oppositionellen versprochen.