Stufen vor dem Kapitol in Washington © Reuters / Jonathan Ernst

Die US-Behörden haben nach eigenen Angaben einen jungen Mann festgenommen, der einen Anschlag auf das Kapitol in Washington geplant haben soll. Der 20-Jährige IS-Sympathisant sei am Mittwoch im US-Bundesstaat Ohio beim Kauf von Feuerwaffen verhaftet worden. Der Beschuldigte habe einem Informanten der Bundespolizei FBI gegenüber ausgesagt, er habe Rohrbomben in der Nähe des Kapitols zur Explosion bringen und dann auf Angestellte des Kongresses schießen wollen. 

Der Informant habe das FBI seit vergangenem Jahr über den Mann auf dem Laufenden gehalten, hieß es vonseiten der US-Bundespolizei. Der Festgenommene habe es jedoch niemals bis nach Washington geschafft, weshalb die Öffentlichkeit niemals in Gefahr gewesen sei.

Die Staatsanwaltschaft erklärte, der 20-Jährige habe im Internet seine Loyalität zur Terrormiliz Islamischer Staat beteuert und davon gesprochen, dschihadistische Akte zu planen. Der Angeklagte habe dem Informanten gesagt, er sei zwar nicht direkt von IS-Führern zu den Anschlägen ermächtigt worden, aber er wolle den Dschihad eigenmächtig führen, berichtete die BBC.

Der Vorsitzende Heimatschutzausschusses im Repräsentantenhaus, Michael McCaul, lobte die Festnahme und erklärte, der Ausschuss habe Ermittlungen dazu eingeleitet, wie die Regierung gegen Terrorgefahren in den USA vorgehe. "Diese Terroristen sind versessen darauf, unser Land anzugreifen", erklärte der Republikaner.

Präsident Barack Obama warnt seit Langem davor, die größte Terrorgefahr gehe von Einzeltätern aus, die ohne enge Beziehungen zu internationalen Terrororganisationen wie Al-Kaida zuschlagen – meist auf eigene Faust und mit selbst gebastelten Bomben. Erst am Vortag war die Anklage eines Mannes wegen Morddrohungen gegen den Sprecher des Repräsentantenhauses, John Boehner, publik geworden. Diese hatte nach Medienberichten ein ebenfalls aus Ohio stammender Barkeeper im Country Club Boehners im vergangenen Oktober geäußert.

Der Mann habe geklagt, Boehner habe sich als Gast schlecht ihm gegenüber verhalten und sei verantwortlich für die Ebola-Epidemie. Den Berichten zufolge wollte der Mann Boehner Gift in dessen Getränk schütten. Der Verdächtige, der seinen Arbeitsplatz als Barkeeper in dem Country Club verloren habe, wurde demnach bereits vergangene Woche angeklagt. Es werde geprüft, ob er geistig verwirrt sei.