Nach dem Mord an einer muslimischen Familie im US-Bundesstaat North Carolina hat der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan von US-Präsident Barack Obama verlangt, sich dazu zu äußern. Politiker seien für das verantwortlich, was in ihrem Land passiere und müssten sich erklären, sagte Erdoğan laut dem britischen Sender BBC.

Ein 23-jähriger Mann, seine 21-jährige Ehefrau und deren 19-jährige Schwester waren mitten am Tag in ihrem Haus in der Kleinstadt Chapel Hill erschossen worden. Der Täter stellte sich später der örtlichen Polizei. Das Motiv der Tat ist bislang unklar. 

US-Muslime fürchten wachsende antimuslimische Stimmung

Die Angehörigen der Opfer hatten öffentlich gesagt, der Täter habe aus Hass auf den Islam gehandelt. Der 46-Jährige hatte sich nach der Festnahme selbst als "bewaffneten Atheisten" bezeichnet. 

Vonseiten der zuständigen Staatsanwalt hieß es, es gebe keinerlei Hinweise, dass die Opfer wegen ihres Glaubens getötet worden seien. Man werde aber jeder Spur nachgehen. Die Polizei hatte zuvor mitgeteilt, die Ursache sei ein Nachbarschaftsstreit um einen Parkplatz gewesen. 

Viele US-Muslime fürchten seit den Anschlägen auf das Satiremagazin Charlie Hebdo in Paris eine wachsende antimuslimische Stimmung im Land. Chapel Hill ist Heimat vieler Muslime. 

Am 4. März soll der Täter einem Untersuchungsrichter vorgeführt werden. An dem Begräbnis der Familie nahmen am Donnerstag mehr als 5.000 Menschen teil.