Russland will mit einer UN-Resolution die Finanzierung der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) noch stärker eindämmen. Die russischen Vertreter bei den Vereinten Nationen brachten einen Resolutionsentwurf in den Sicherheitsrat ein, der dem IS den Verkauf von Rohöl und Antiquitäten sowie das Erpressen von Lösegeld erschweren soll. Die Resolution könnte noch in dieser Woche im Sicherheitsrat diskutiert und angenommen werden, sagte ein Sprecher der russischen UN-Vertretung.

Die Resolution zielt offenbar unter anderem auf die Türkei ab, über deren Grenze zu Syrien und dem Irak der Handel mit Rohöl und Ölprodukten läuft. Die Resolution würde den Druck auf Ankara erhöhen, diesen Handel zu unterbinden. Der IS kontrolliert weite Teile des Iraks und Syriens. Bereits seit August 2014 existiert eine UN-Resolution, die allen, die Öl vom IS kaufen, mit Sanktionen droht.

Im November hatte ein UN-Bericht empfohlen, sämtliche Öltanklastwagen aus den Gebieten unter Kontrolle der Dschihadisten zu stoppen. Dem Bericht zufolge verdient der IS täglich 850.000 bis 1,65 Millionen Dollar mit dem Verkauf von Öl an private Händler. Allerdings sind diese Einnahmen zuletzt infolge der Rückschläge für die IS-Miliz zurückgegangen.

Zudem könnte der Entwurf neue Maßnahmen gegen den Handel mit Antiquitäten enthalten, um die weitere Plünderung der antiken Stätten in Syrien und dem Irak zu verhindern. Außerdem könnte der Text die Zahlung von Lösegeld für vom IS genommene Geiseln verurteilen. Die 15 Ratsmitglieder lehnen zwar alle offiziell Lösegeldzahlungen ab, doch weichen mehrere europäische Länder in der Praxis immer wieder von dieser Linie ab.

Der Vorstoß Russlands folgt der jüngsten Brutalität des IS. Am Dienstag hatte die Terrormiliz ein Video veröffentlicht, das mutmaßlich zeigt, wie ein im Dezember gefangen genommener jordanischer Kampfpilot bei lebendigem Leib in einem Käfig verbrennt. Jordanien ist Mitglied in dem US-geführten Bündnis, das gegen den IS kämpft. Als Reaktion darauf hatten die Behörden in Amman zwei zum Tode verurteilte Dschihadisten hingerichtet.