ZEIT ONLINE: Herr Saakaschwili, Sie haben als georgischer Präsident 2008 Krieg gegen Russland geführt. Was raten Sie Petro Poroschenko in der aktuellen Situation?

Michail Saakaschwili: 2008 wurde Russland leider auch nicht allein durch die Verhandlungsbemühungen der EU gestoppt. Wir hatten damals ebenfalls Abkommen zur Waffenruhe unterschrieben, aber schon einige Stunden danach rückten die russischen Truppen weiter vor. Das war das gleiche Muster wie es gerade in Debalzewe geschehen ist.

Als 2008 russische Truppen Richtung Tiflis marschierten und die Waffenstillstandsvereinbarungen ignorierten, verlegten die USA Kriegsschiffe an die georgische Grenze. Es war ein Signal, dass die USA zu einer Militäraktion bereit waren, um den Krieg zu beenden. Was daraus folgt: Friedensverhandlungen sind wichtig, sie sind ein Schlüsselelement für wirklichen Frieden, jedoch müssen sie unterstützt werden durch harte Drohungen. Anders ändert Wladimir Putin sein Handeln nicht.

ZEIT ONLINE: Und was raten Sie dem ukrainischen Präsidenten nun?