Bei einem Anschlag von Islamisten in der somalischen Hauptstadt Mogadischu sind mehrere Menschen ums Leben gekommen. Ein Sicherheitsbeamter sagte, es habe bis zu 20 Tote gegeben, ein Vertreter des Präsidentenpalastes sprach von 25 Opfern. Der stellvertretende Ministerpräsident Mohamed Omar Arte, der Transportminister sowie mindestens ein Abgeordneter wurden verletzt.

Es wurde vermutet, dass noch mehr Politiker ums Lebens gekommen oder verletzt worden sind, da das Central Hotel in der Nähe des Präsidentenpalastes häufig von Abgeordneten und Ministern besucht wird. Der Angriff habe sich ereignet, als sich die Gäste gerade auf das Freitagsgebet in der Moschee des Hotels vorbereitet hätten, sagte der Sicherheitsbeamte.

Ein Selbstmordattentäter hat den Angaben nach seine Autobombe in das Tor des Hotels Central gesteuert. Ein zweiter Angreifer sei dann in das Gebäude eingedrungen und habe sich dort in die Luft gesprengt, zahlreiche Schüsse seien gefallen. "Dies ist eine der tödlichsten Attacken der letzten zwei Jahre in Mogadischu", sagte ein anderer Sicherheitsbeamter.

Zu der Tat bekannte sich die radikalislamische Al-Schabaab-Miliz. Die mit der Extremisten-Organisation Al-Kaida verbündete Miliz hat zahlreiche Anschläge in Somalia und im Nachbarland Kenia verübt. Sie will in Somalia eine strikte Auslegung der islamischen Rechtsvorschriften einführen. Von 2007 bis 2011 beherrschte sie Mogadischu, dann wurde sie von einer Interventionsstreitmacht der Afrikanischen Union vertrieben.

Vor gut vier Wochen hatte sich ein Selbstmordattentäter in einem anderen Hotel der Hauptstadt in die Luft gesprengt und drei Somalier getötet – einen Tag bevor der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan das Land besuchte.