US-Präsident Barack Obama telefoniert im Weißen Haus (Archivbild). © Kevin Lamarque/Reuters

Einen Tag vor dem geplanten Gipfeltreffen zur Ukraine-Krise hat US-Präsident Barack Obama Kremlchef Wladimir Putin telefonisch aufgefordert, die Chance zu einer friedlichen Beilegung des Konfliktes zu nutzen. Obama habe "die Wichtigkeit betont, eine Verhandlungslösung zu erreichen und umzusetzen, die auf die Verpflichtungen des Minsker Abkommens aufbaut", teilte das Weiße Haus mit. Sollte Russland hingegen seine "aggressiven Taten" in der Ukraine fortsetzen, würden Moskaus Kosten dafür steigen. Konkret warf der US-Präsident Putin vor, Truppen, Waffen und finanzielle Mittel in die Ukraine zu senden, um die Separatisten zu unterstützen. 

Inmitten anhaltender schwerer Gefechte in der Ostukraine ist für Mittwoch ein Treffen zur Befriedung des Konflikts in Minsk geplant. Ob die Verhandlungen zwischen dem ukrainischen Staatschef Petro Poroschenko, seinem russischen Kollegen Putin, Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und dem französischen Präsidenten François Hollande wie vorgesehen stattfinden können, war bis zuletzt unklar. Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier appellierte an Russland und die Ukraine, bei dem Treffen in Minsk die Chance zu einer Entschärfung ihres Konflikts zu ergreifen. "Das sind (...) jetzt entscheidende Stunden und Tage", sagte Steinmeier.

In Vorbereitung auf das Treffen berät die Ukraine-Kontaktgruppe derweil in Minsk über einen Ausweg aus dem Konflikt. Die russische Agentur Tass berichtete unter Berufung auf einen namentlich nicht genannten Informanten, die Gruppe habe sich unter Vermittlung der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) auf eine Feuerpause und den Rückzug schwerer Waffen geeinigt. Diskutiert werde noch der rechtliche Status der zwei Rebellenregionen im Osten der Ukraine sowie das Thema Lokalwahlen. Eine Bestätigung gab es dafür zunächst nicht.

N-tv-Korrespondent Dirk Emmerich berichtete dagegen, von einer Waffenruhe sei vor Ort nichts zu spüren:

Nach zwei Stunden sollen die Teilnehmer den Tagungsort in der weißrussischen Hauptstadt wieder verlassen haben, berichteten örtliche Medien. Den Berichten zufolge waren unter ihnen der ukrainische Ex-Präsident Leonid Kutschma, der Separatistenvertreter der nicht anerkannten Volksrepubliken Donezk und Luhansk, Wladislaw Dejnego, sowie der Vertreter der prorussischen Separatisten, Denis Puschilin. Auch der russische Diplomat Michail Surabow und Heidi Tagliavini von der OSZE nahmen an den Gesprächen teil. Ob und wann die Verhandlungen fortgesetzt werden, war zunächst unklar. "Wir haben Vorschläge unterbreitet und erwarten die Antwort nach der Pause", sagte Puschilin.