Der Chef der nigerianischen Extremistengruppe Boko Haram, Abubakar Shekau, hat der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) offenbar seine Gefolgschaft zugesichert. "Wir verkünden unsere Treue zum Kalifen der Muslime, Ibrahim bin Awad bin Ibrahim al-Husseini al-Kraschi", heißt es in einer Audiobotschaft, die über das Twitter-Konto von Boko Haram verbreitet und Shekau zugeschrieben wurde. Der IS-Chef Kraschi ist besser bekannt unter dem Namen Abu Bakr al-Bagdadi.

Die Authentizität der Mitteilung konnte zunächst nicht verifiziert werden. Der auf Beobachtung von Onlineaktivitäten terroristischer Vereinigungen spezialisierte US-Fachdienst SITE hatte auf die Kurznachricht Shekaus hingewiesen. Zuvor hatten sich bereits mehrere Islamistengruppen in Afghanistan, Pakistan und Nordafrika mit dem IS verbündet.

Boko Haram, was sich sinngemäß mit "westliche Bildung ist Sünde" übersetzen lässt, kämpft seit Jahren gewaltsam für einen islamischen Gottesstaat im mehrheitlich muslimischen Norden Nigerias. Seit 2009 tötete die Gruppe bei Anschlägen und Angriffen auf Polizei, Armee, Kirchen und Schulen etwa 13.000 Menschen.

Al-Bagdadi hatte sich Ende Juni vergangenen Jahres in der irakischen Großstadt Mossul zum "Kalifen" aller Muslime erklärt –  ein Anspruch, der von fast allen islamischen Geistlichen zurückgewiesen wird.

Zugleich rief der Dschihadistenführer ein "Kalifat" aus, das vorerst die Gebiete in Syrien und dem Irak unter der Kontrolle seiner Miliz umfasst. Unter seiner Führung hat sich die IS-Miliz zur wohl mächtigsten Terrorgruppe der Welt entwickelt.