Kolumbien stellt seine Angriffe auf die Guerilla-Gruppe Farc vorübergehend ein. Das verkündete Präsident Juan Manuel Santos in einer Fernsehansprache. Die Angriffe auf Farc-Camps sollen ausgesetzt werden, um den Konflikt mit der Guerilla zu deeskalieren. Santos sagte, er reagiere damit auf Fortschritte in den Friedensverhandlungen.

In einem Monat könnte der Stopp der Luftangriffe verlängert werden, wenn sich die Guerilla ihrerseits an die Feuerpause halte. Die Farc-Kämpfer hatten bereits im Dezember einen einseitigen Waffenstillstand erklärt, dem sich die Regierung aber zunächst nicht angeschlossen hatte.  

Seit Ende 2012 verhandeln Regierung und Rebellen in Kuba über eine Beilegung des Konflikts. Dabei hatten beide Konfliktparteien bereits Vereinbarungen in landwirtschaftlichen Themen, der politischen Mitbestimmung und im Kampf gegen den Drogenhandel erreicht.

Am Samstag hatten Regierung und Farc beschlossen, gemeinsam Landminen zu räumen. Mehr als 11.000 Menschen wurden nach Regierungsangaben in den letzten 15 Jahren durch die Landminen verletzt oder getötet. Mehr als 4.000 davon waren Zivilisten.

Die Farc-Rebellen kämpfen seit 1964 gegen Großgrundbesitzer und die Regierung. Amtlichen Angaben zufolge wurden in dem längsten bewaffneten Konflikt Lateinamerikas etwa 220.000 Menschen getötet.