China hat Deutschland aus der Liste der drei größten Waffenexporteure der Welt verdrängt. In den vergangenen vier Jahren stiegen die Waffenexporte der Volksrepublik im Vergleich zum Zeitraum 2005 bis 2009 um 143 Prozent an. Deutschland exportierte dagegen 43 Prozent weniger Waffen, wie aus einem Bericht des Stockholmer Forschungsinstituts Sipri hervorgeht.

China konnte seinen Weltmarktanteil zwischen 2010 und 2014 auf fünf Prozent ausbauen. Der Abstand zu den beiden größten Rüstungsexporteuren USA (31 Prozent) und Russland (27 Prozent) ist aber weiter groß. Deutschland und Frankreich belegen die Plätze vier und fünf. Weltweit stieg der Handel mit Rüstungsgütern um 16 Prozent.

Größte Abnehmer deutscher Waffenexporte waren dem Sipri-Bericht zufolge mit elf Prozent die USA, mit neun Prozent Israel und mit sieben Prozent Griechenland. Weltweit führt Indien die Liste der größten Rüstungsimporteure weiter mit Abstand an. Dahinter folgen Saudi-Arabien, China und die Vereinigten Arabischen Emirate. Am Wochenende beschloss der chinesische Volkskongress, die Militärausgaben um zehn Prozent zu steigern. Weil die Volksrepublik mehr Waffen selbst herstellt, importiert sie aber nicht mehr so viel wie in früheren Jahren.

Europas Waffenimporte sinken

Mit Pakistan, Südkorea und Singapur liegen drei weitere asiatische Länder unter den Top 10 der Waffenimporteure. "Befähigt durch das anhaltende Wirtschaftswachstum und angetrieben durch eine hohe Bedrohungswahrnehmung bauen die asiatischen Länder ihre militärischen Fähigkeiten mit dem Schwerpunkt auf maritime Güter weiter aus", erklärte der Sipri-Experte Siemon Wezeman.

Die europäischen Waffenimporte gingen zwischen 2010 und 2014 um mehr als ein Drittel zurück. Der Ukraine-Konflikt könnte diese Zahlen aber wieder in die Höhe treiben, meinen die Forscher von Sipri.