Nicolas Sarkozy (links) umgeben von Parteigenossen © Gonzalo Fuentes / Reuters

Die konservative Partei UMP des früheren Präsidenten Nicolas Sarkozy hat die erste Runde der französischen Departementswahlen klar gewonnen. Sie kommt laut aktuellen Prognosen auf bis zu 32,5 Prozent. Der rechtsextreme Front National (FN) liegt bei 25 Prozent. Damit schnitt die Partei schlechter ab, als zuvor erwartet. Prognosen hatten sie als Wahlgewinner bei knapp 30 Prozent gesehen.

Bereits bei der Europawahl im vergangenen Jahr erreichte die FN knapp ein Viertel der Stimmen. Parteichefin Marine Le Pen sprach von einem Erfolg bei den Regionalwahlen, weil dieses Resultat noch übertroffen worden sei.

Nach Angaben des Innenministeriums liegt die FN in 43 Departements vorn. Die besten Ergebnisse erzielte sie in den Departements Var (38,9 Prozent), Aisne (38,76 Prozent) und Vaucluse (37,4 Prozent). In insgesamt 21 Departements errang die rechtsextreme Partei demnach mindestens 30 Prozent der Stimmen. Frankreich besteht aus 101 Departements, abgestimmt wurde in 98 davon. Am 29. März findet eine Stichwahl statt.

Die Verlierer der Wahl sind die regierenden Sozialisten von Präsident François Hollande. Aktuellen Prognosen zufolge erringen sie nur bis zu 24 Prozent. Regierungschef Manuel Valls fand dennoch einen Grund zur Freude: Dass die extreme Rechte nicht die erste politische Formation in Frankreich sei, stimme ihn froh. Für seine Sozialisten sprach er von einem "achtbaren Ergebnis" und sagte, jetzt hänge alles von der Stichwahl am kommenden Sonntag ab. Die Linke könnte dabei Dutzende ihrer bisher 61 verwalteten Departements verlieren.

Testlauf für Sarkozy?

"Die Franzosen wollen eine klare Veränderung, beginnend mit den Departements", sagte Sarkozy mit Blick auf die Niederlage der regierenden Sozialisten. Dies sei eine historische Niederlage für die Sozialisten und ein "persönliches Scheitern" von Regierungschef Valls, hieß es von der UMP.

43 Millionen Franzosen waren zur Wahl aufgerufen gewesen. Gerade die linken Wähler hatten den Umfragen zufolge sehr wenig Lust, zur Abstimmung zu gehen, zumal die Zukunft der Landkreise in Frankreich wegen geplanter Strukturreformen eher ungewiss ist. Die FN-Anhänger dagegen schienen mobilisiert, die Partei hatte bei vergleichbaren Wahlen vor vier Jahren nur etwa 15 Prozent der Stimmen erhalten.

Für Sarkozy wiederum war die Abstimmung ein Testlauf, ob er vor der Wahl des nächsten Staatschefs im Jahr 2017 an Überzeugungskraft zurückgewonnen hat. Er soll eine neuerliche Kandidatur im Kampf um das Amt des Präsidenten vorbereiten.