Israelischen Arabern, denen es an Loyalität fehlt, sollte nach Ansicht des israelischen Außenministers Avigdor Lieberman der Kopf abgeschlagen werden. "Bei denen, die gegen uns sind, kann man nichts machen, wir müssen eine Axt nehmen und ihnen den Kopf abhacken. Andernfalls überleben wir hier nicht", soll Lieberman laut der Zeitung Haaretz bei einer Wahlkampfveranstaltung in der israelischen Stadt Herzlia gesagt haben.

Wer aufseiten der Israelis sei, der solle alles bekommen – mindestens das halbe Königreich, sagte Lieberman in Anspielung auf eine Passage aus dem Buch Esther im Alten Testament.

Lieberman ist Chef der rechtsnationalen Partei Israel Beitenu und seit 2013 israelischer Außenminister. Schon mehrfach hat er sich mit drastischen Worten gegen Araber in seinem Land gewandt und gefordert, sie auszuweisen. Auch diesmal skizzierte er, wie er ihm unliebsame Araber loswerden will: "Es gibt keinen Grund für Umm al-Fahm, ein Teil des Staates Israel zu sein", sagte er über die Bewohner der nordisraelischen Stadt, in der überwiegend Araber wohnen. Israelis, die die schwarze Flagge der Islamisten hissten, sollten das Land verlassen. "Ich überlasse sie gern Abu Masen" – dem Palästinenserpräsidenten Mahmud Abbas.

Jüdische Version des IS?

Liebermans jüngste Entgleisung erinnert an die Hinrichtungsmethoden islamistischer Terroristen, die ihre Gefangenen teils vor laufender Kamera enthaupteten oder verbrannten. Entsprechend harsch sind die Reaktionen. Der arabische Knesset-Abgeordnete Ahmad Tibi bescheinigt Lieberman geistige Parallelen zu den Terroristen des "Islamischen Staates". Er warnte, solche Äußerungen könnten die Gründung einer jüdischen Version des "Islamischen Staates" begünstigen. Tibi forderte die Wähler auf, für die arabischen Parteien zu stimmen. So könne man den "jüdischen IS" schwächen.

Am 17. März ist Parlamentswahl in Israel. Jüngsten Umfragen zufolge liegt die oppositionelle Zionistische Union knapp vor der regierenden Likud von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu. Der Erhebung von Panel Politics zufolge kommt das Mitte-links-Lager von Izchak Herzog auf 24 der 120 Sitze in der Knesset. Die Likud erringt danach 21 Mandate. Auch die Unterstützung für die zentristischen Parteien Jesch Atid und Kulanu steige demnach. 

Zwar sei es immer noch ein Kopf-an-Kopf-Rennen, sagte Netanjahu vor Aktivisten seiner rechtskonservativen Likud-Partei. Doch beklagte der Ministerpräsident die weltweiten Bemühungen, ihn aus dem Amt zu drängen: "Nichts ist sicher, weil es große, weltweite Bemühungen gibt, die Likud-Regierung zu stürzen", sagte er laut einem Bericht des Armee-Rundfunks. Dieser interpretierte die Äußerungen Netanjahus als Anspielung auf ausländische Interessensgruppen, die Geld für seine Abwahl sammeln würden. In Israel sind Geldspenden aus dem Ausland an Parteien während Wahlkämpfen verboten. Zuwendungen an Nichtregierungsorganisationen fallen aber nicht darunter. Netanjahus Gegenspieler, der Vorsitzende der Arbeitspartei und Co-Chef der Zionistischen Union, Isaac Herzog, erklärte, der Regierungschef spüre den wachsenden Druck. "Er schießt jetzt in alle Richtungen."