Eine Nachricht aus Großbritannien sollte uns ebenso schockieren wie nachdenklich stimmen. Denn was dort geschah, könnte genauso gut hierzulande geschehen – und vielleicht passiert es ja auch. Englische Behörden, heißt es, seien in den vergangenen Jahren oft deshalb so zögerlich gegen Kinderporno-Ringe vorgegangen, weil sie sich nicht dem Rassismusvorwurf aussetzen wollten.

Ausführlich berichtete die Frankfurter Allgemeine Zeitung in der vergangenen Woche über kriminelle Gangs, die reihenweise junge Mädchen in ihre Gewalt bringen, vergewaltigen und zur Prostitution zwingen. Die Mädchen sind minderjährig und weiß und leben oftmals in staatlichen Heimen. Die Täter sind in der Regel Muslime, die meisten von ihnen stammen aus Pakistan oder Afrika.

Es sind keine Einzelfälle. Das Oxfordshire Safeguarding Children Board, eine von der Grafschaft Oxfordshire eingesetzte Kommission, hat soeben ihren Untersuchungsbericht vorgelegt. Danach wurden dort in den vergangenen 16 Jahren mindestens 370 Kinder, meist Mädchen, von Banden sexuell missbraucht. Einige Opfer erstatteten Anzeige, doch alle schauten weg, die Polizei, die Jugendämter, die Stadtverwaltungen.

Erst langsam wacht man auf. 2011 begannen die ersten Ermittlungen – und sie führen weit über die Grafschaft Oxfordshire hinaus. In der nordenglischen Stadt Rotherham trat der gesamte Stadtrat zurück und wurden Zwangsverwalter aus dem fernen London eingesetzt. Auch dort ignorierten die Behörden jahrelang alle möglichen Hinweise. Pakistanische Gangs sollen dort in den vergangenen anderthalb Jahrzehnten 1.400 Mädchen zu sexuellen Diensten gezwungen haben. Und diese Zahl ist eher eine vorsichtige Schätzung. Ähnliches, sickert jetzt nach und nach durch, geschah und geschieht auch in vielen anderen Städten.

Die Erklärungsmuster sind vielfältig. Die Sozialarbeiter und Polizeibeamten seien völlig überfordert und brächen bereits unter ihrer ungeheuren alltäglichen Arbeitslast ein. Viele Heimmädchen seien überdies als äußerst schwierig eingestuft worden, sexuelle Beziehungen zu älteren Männern seien in diesem Milieu nicht ungewöhnlich. Doch immer wieder ist auch von der Scheu und Angst die Rede, mit dem Finger auf muslimische Einwanderer zu zeigen.

Natürlich wäre es verheerend, alle Muslime unter Generalverdacht zu stellen. An Kindern vergehen sich alle Ethnien und alle Religionen. Es gibt ebenso Kinderpornografie-Ringe, die von Deutschen, Polen, Russen, Franzosen, Thailändern, Israelis, Amerikanern und so weiter geführt werden. Die Verbrechen sind oft hausgemacht und kennen keine Nationalität. In Großbritannien zum Beispiel werden immer weitere Details über den verstorbenen Fernsehmoderator Jimmy Savile bekannt, der über Jahre Hunderte von minderjährigen Mädchen sexuell missbrauchte.

Leicht bekleidete Mädchen gelten als leichte Beute

Und dennoch muss die Frage untersucht werden, warum derart viele Täter in England muslimische Wurzeln haben und warum die meisten von ihnen aus Pakistan und Ostafrika stammen? Natürlich hat das auch mit einem in diesen Kulturkreisen tradierten Frauenbild zu tun, demzufolge geschminkte und leicht bekleidete weiße Mädchen als grundsätzlich leichtlebig und dekadent gelten. Sie werden geringgeschätzt, geradezu verachtet und als leichte Beute betrachtet. Im Strafprozess von Oxford, berichtet die FAZ, habe ein als Sachverständiger befragter Imam selber diesen Vergleich gezogen. Fehlgeleitete Muslime, sagte er, verträten die Meinung, derartige Mädchen verdienten für ihr Verhalten eine Bestrafung.

Bei allem Verständnis für kulturelle Unterschiede darf man nicht die Augen davor verschließen, dass es Unverträglichkeiten gibt, die nicht hingenommen werden können, sondern die offen benannt und unnachsichtig geahndet werden müssen. Zu diesen Unverträglichkeiten gehört unter anderem das oft völlig konträre Frauenbild. Wer sich in der westlichen Welt niederlassen und heimisch werden will, muss es nicht unbedingt mögen, dass hier inzwischen die Frauen nach langen, zähen Kämpfen zum Glück selber entscheiden, wie sie sich geben, kleiden und verhalten, aber er muss dies zumindest tolerieren und respektieren.   

Die zweite dunkle Seite: Die Kunden der Gangs

Es gibt jedoch nicht nur die Seite der muslimischen Einwanderer-Gangs und ihrer weißen, minderjährigen Opfer, sondern ebenso die dunkle Seite der Kunden. Sie sind meist weiß, oft Christen oder ohne Glauben und wuchsen auf in der angeblich aufgeklärten Welt des Westens.

Ohne diese vermeintlichen Biedermänner aus Oxford, Rotherham und Überall könnten die pakistanischen Banden nicht ihr lukratives Geschäft betreiben. Ohne sie würden nicht derart viele Kinderseelen getötet. Diese Kunden von Kindersex und Kinderpornografie verschwinden leider allzu schnell aus unserem Blick. Dabei sind auch sie Täter.