Im Norden Malis sind durch einen Raketenangriff auf einen Stützpunkt der UN-Friedenstruppen mindestens drei Menschen getötet worden. Unter den Toten seien zwei Kinder und ein Blauhelmsoldat, teilte ein Sprecher der UN-Mission Minusma mit. 14 weitere Menschen seien beim dem Angriff am frühen Morgen verletzt worden, darunter weitere Kinder. Die Mission sprach von einer "komplexen Terrorattacke". 

Den Angaben zufolge wurden etwa 30 Raketen und Granaten von einem Ort rund zwei Kilometer vom UN-Militärlager entfernt abgefeuert. Der Angriff fand gegen 5:40 Uhr statt und dauerte etwa eine halbe Stunde. Ein Geschoss schlug dem UN-Sprecher zufolge in einem Lager von Tuareg-Nomaden ein. Dabei seien zwei weitere Menschen getötet worden. 

Die UN-Soldaten hätten das Feuer erwidert. Unklar blieb zunächst, wer die Raketen auf das Lager abgefeuert hatte. Die islamistische Gruppe Ansar Dine hatte 2014 einen ähnlichen Anschlag auf Blauhelmsoldaten verübt.

Islamisten bekennen sich zu Anschlag auf Nachtclub

Der Angriff erfolgte nur einen Tag, nachdem islamische Extremisten mit Verbindung zu Al-Kaida bei einem Anschlag auf einen bei Ausländern beliebten Nachtclub in der Hauptstadt Bamako fünf Menschen töteten. Darunter waren ein Franzose und ein belgischer Sicherheitsbeauftragter der EU-Delegation. 

Der UN-Sicherheitsrat verurteilte den Angriff aufs Schärfste. Der Rat forderte die Regierung des westafrikanischen Landes in Bamako auf, umgehend Ermittlungen einzuleiten und die Täter zur Verantwortung zu ziehen. In einer Erklärung betonte der Rat, dass gezielte Attacken auf Friedenshüter nach internationalem Recht als Kriegsverbrechen eingestuft und geahndet werden könnten. 

Zu der Tat habe sich die Organisation Al-Murabitun des algerischen Islamisten Mokhtar Belmokhtar in einer Audiobotschaft bekannt, berichtete die mauretanische Nachrichtenseite Alakhbar. Der Al-Kaida-Veteran Belmokhtar ist einer der meistgesuchten Islamisten Nordafrikas und zeichnete unter anderem verantwortlich für die spektakuläre Geiselnahme auf dem algerischen Gasfeld In Aménas 2014 und auf Anschläge auf französische Soldaten in Mali.

Al-Murabitun war vor wenigen Jahren aus dem Zusammenschluss zweier nordafrikanischer Dschihadistengruppen hervorgegangen. 2013 hatte die Gruppe mehrere schwere Anschläge in Niger und Algerien verübt.