Bei den Wahlen in Nigeria hat die Partei von Präsident Goodluck Jonathan massive Unregelmäßigkeiten zu ihren Lasten beklagt. Zu Ausfällen der neuen biometrischen Stimmkartenleser sei es vor allem in den Hochburgen der regierenden Demokratischen Volkspartei gekommen, sagte Sprecher Femi Fani-Kayode. Die Probleme hätten die Erfolgsaussichten der Partei immens geschmälert. Das werfe die Frage auf, ob die Pannen absichtlich eingefädelt worden seien.

Der Wahlkommissionsvorsitzende Attahiru Jega bestätigte zwar den Ausfall von Kartenlesern. Zugleich sagte er jedoch, deren Anteil liege bei 0,5 Prozent. Allerdings berichtete Jega von anderen Unregelmäßigkeiten: Zuständige Beamte seien mit Wahlergebnispapieren verschwunden, andere Wahlbeamte wiederum in den Staaten Rivers und Lagos ausgetauscht worden.

Insbesondere aus Rivers seien zahlreiche Fälle mutmaßlicher Unregelmäßigkeiten gemeldet worden, sagte Jega. Man habe Ermittlungen aufgenommen und werde auf eine Parteibitte um eine Annullierung und Neuansetzung der dortigen Abstimmung reagieren.

Am Sonntag hatten Tausende Menschen gegen angebliche Tötungen von Oppositionellen und Unregelmäßigkeiten bei den Präsidentschafts- und Parlamentswahlen protestiert. Die Anhänger von Oppositionsführer Muhammadu Buhari forderten eine Wiederholung der Wahl. Im Ölzentrum Port Harcourt bezogen Panzerfahrzeuge und Bereitschaftspolizisten Stellung. Der Gouverneur der dortigen Provinz Rivers, ein Gegner von Präsident Goodluck Jonathan, kündigte an, das Wahlergebnis nicht zu akzeptieren.

Knapper Wahlausgang erwartet

Wegen solcher Spannungen werden nach der Verkündung des Ergebnisses Gewaltausbrüche wie jene im Jahr 2011 befürchtet. Vor vier Jahren waren bei Aufständen nach der Abstimmung rund 1.000 Menschen getötet worden, nachdem der Muslim Buhari gegen den Christen Jonathan verloren hatte. 

Bereits jetzt wird die Wahl von Gewalt begleitet. Die islamistische Terrorgruppe Boko Haram hat mehrere Anschläge verübt. Im Nordosten des Landes starben mehr als 40 Menschen, darunter ein Abgeordneter. Die Islamisten attackierten Wahllokale, zerstörten Wahlunterlagen.

Beim diesjährigen Kampf um die Präsidentschaft zeichnet sich ein enges Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen den beiden ab. Erste Ergebnisse werden am Montagabend erwartet. Falls es keinen eindeutigen Sieger gibt, soll es in zwei Wochen eine Stichwahl geben.