Als Reaktion auf den Beginn gemeinsamer Manöver der Streitkräfte der USA und Südkoreas hat Nordkoreas Militär zwei Kurzstreckenraketen in Richtung offenes Meer abgefeuert. Die zwei Raketen seien von der Westküste des Landes aus in Richtung Japanisches Meer (Ostmeer) geflogen, teilte der Generalstab der südkoreanischen Armee mit. Die Raketen seien etwa 490 Kilometer weit geflogen. Es habe sich vermutlich um Raketen des Typs Scud gehandelt.

Ungeachtet der Proteste aus Nordkorea begannen die USA und Südkorea wie geplant die fast zweimonatigen Manöver sowie eine zwölftägige Kommando-Schulung, sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums in Seoul.

Beide Seiten hatten zuvor Vorwürfe Nordkoreas zurückgewiesen, die Frühjahrsübungen dienten der Vorbereitung eines Angriffs. Das kommunistische Regime in Pjöngjang hatte die Manöver als Zeichen einer feindseligen Politik der USA kritisiert.

Im Januar hatte Nordkorea einen vorläufigen Verzicht auf neue Atomwaffentests angeboten, falls die USA ihre Militärmanöver mit Südkorea aussetzen. Washington lehnte das Angebot jedoch als "indirekte Drohung" ab.

Die beiden koreanischen Staaten hatten in diesem Jahr die Möglichkeit diskutiert, einen dritten Gipfel zwischen ihren Führern abzuhalten, seit die Länder vor 70 Jahren geteilt worden waren. Über dessen Modalitäten hatte es jedoch in den vergangenen Wochen Unstimmigkeiten gegeben, wodurch hinter einer Realisierung des Treffens nach wie vor ein großes Fragezeichen steht.

Die Koreanische Halbinsel bleibt formal betrachtet in einem Kriegszustand, weil der Koreakrieg von 1950 bis 1953 nicht in einem Friedensabkommen, sondern lediglich in einem Waffenstillstand geendet war. Rund 28.500 US-Soldaten sind als Abschreckung in Südkorea stationiert.