Russland wäre für die Krim in den Krieg mit dem Westen gezogen. Zudem hätte das Land vor einem Jahr sein Atomwaffenarsenal für den Fall eines Militärangriffs des Westens in Alarmbereitschaft versetzt. Das sagte der russische Präsident Wladimir Putin in einem Film des russischen Fernsehsenders Rossija 1. "Wir waren bereit, es zu tun", sagte Putin demnach. Die russische Führung hätte sich der "schlimmsten Wendung gestellt, welche die Ereignisse hätten nehmen können".

Die russischen Streitkräfte hatten laut Putin damals auf der Krim Raketenabwehrsysteme vom Typ Bastion positioniert, die im Falle eines Angriffs durch ein US-Kriegsschiff im Schwarzen Meer einsatzbereit gewesen wären. Den Einsatz hätte allein der Oberkommandierende der Streitkräfte, Putin, erlauben können.

Mehrere Nato-Staaten hätten im März vergangenen Jahres vor der Schwarzmeerküste Rumäniens Übungen abgehalten. Dem Bericht nach sei der Zerstörer USS Donald Cook der US-Marine mit Cruise-Missiles bewaffnet auf dem Weg zur Krim gewesen. Es sei unklar gewesen, ob der Westen militärisch in den Konflikt eingreifen würde. Er habe seinen westlichen Kollegen mitgeteilt, dass die Krim "historisches Gebiet" Russlands sei, dort Russen lebten und diese in Gefahr seien, sagte Putin.

Er warf den Kollegen vor, die Nationalisten unterstützt zu haben, die für den Sturz der damaligen ukrainischen Regierung verantwortlich seien. "Doch wo befindet ihr euch? Tausende Kilometer entfernt. Aber wir sind hier, das ist unsere Erde! Wofür wollt ihr dort Krieg führen? Ihr wisst es nicht? Aber wir wissen es. Und wir sind dazu bereit", sagte Putin nach eigenen Worten. "Das war eine ehrliche und offene Haltung. Und ich glaube, niemand wollte einen Weltkrieg auslösen." Russland sei bereit gewesen, dafür seine Streitkräfte einzusetzen und die Atomwaffen in Alarmbereitschaft zu versetzen. 

Keine neue Kuba-Krise

Experten des Verteidigungsministeriums hätten Putin als oberstem Befehlshaber angeboten, alle Mittel einzusetzen, um nationale Interessen Russlands zu verteidigen. Putin habe jedoch abgelehnt, da der Kalte Krieg vorüber sei und man keine neue Kuba-Krise gebrauchen könne. Davon abgesehen seien die Atomwaffen stets einsatzbereit.

Dem Schiff der US-Marine sei ein russisches Kampfflugzeug vom Typ Su-24 gefährlich nahe entgegengeschickt worden. Mehrere US-amerikanische Soldaten hätten daraufhin angeblich um Entlassung aus dem Militärdienst gebeten. Dabei hätten die US-Amerikaner vom Raketenabwehrsystem Bastion noch gar nichts erfahren, heißt es in dem Beitrag.

Die Äußerungen wurden am Sonntagabend vor der Ausstrahlung eines Dokumentarfilms über die Annexion der Krim durch Russland gezeigt. Nach dem Sturz der prorussischen Regierung in Kiew hatte am 27. Februar 2014 ein prorussisches Kommando die Kontrolle über das Regionalparlament der Schwarzmeerhalbinsel übernommen. Am 16. März wurde dann auf der Krim ein umstrittenes und von der Regierung in Kiew nicht unterstütztes Referendum abgehalten, in dem sich die überwiegende Mehrheit der Bewohner für einen Anschluss an Russland aussprach. Daraufhin annektierte Russland das Gebiet.